Die Welt ist schlecht - lasst uns feiern!

Am 26.August.2010 schrieb elmar in Freundschaft(en), Gesellschaft, Positives, Zeitgeist | Keine Kommentare »

Für mich hat sich seit Anfang des Jahres 2010  einiges getan. Ich habe nicht nur wieder mehr Kontakt zu einem sehr guten Freund, sondern auch viele neue Leute kennengelernt. Wenn ich sage, wo (”in Twitter”), schmunzeln viele, teils mitleidig, teils unwissend. Sie kennen das neue Kommunikationsmedium nur aus den Nachrichten und wissen darüber ungefähr so viel wie über Google Street View oder IRC, sprich: gar nix. Aber… diese neuen Bekanntschaften haben mich gestärkt, mich sozial “lebendiger” gemacht, und das nicht nur in der virtuellen 140-Zeichen-Welt, sondern auch im vielgeschworenen “Real Life”. Und in dem passiert momentan einiges.

Nach 2 Jahren und 8 Monaten kehre ich zurück. Von Budapest, wohin ich einst entsandt worden war, nach Kelsterbach, wo ich in von nun an wohnen und (wieder) arbeiten werde. Mit der Rückkehr sind einige Veränderungen verbunden, die für sich alleine schon kleine Herausforderungen sein können:

  • Neues Team mit für mich neuen Aufgaben und wahrscheinlich viel Arbeit, die auf mich zukommt.
  • Zurück von der “Aussenstelle” Budapest in den Kern der Firma, sozusagen die Flurfunk-Zentrale.  :)
  • Neuer Wohnort (von der 2-Millionen-Metropole Budapest ins 13.000-Dorf Kelsterbach).
  • Keine Schichtarbeit mehr, nach sehr vielen Jahren weg vom Arbeiten rund um die Uhr an allen Tagen der Woche zu dem bisher nicht unbedingt geliebten “9 to 5″.
  • Von der Anonymität eines 7-stöckigen Mietshauses in ein 2-Familien-Haus.

Ich könnte nun also Nächte wachliegen oder verschwitzt aus Albträumen hochschrecken ob all der Unsicherheiten und Neuerungen, die sich in meinem Leben gerade abspielen. Könnte mich ständig fragen, ob das alles gut gehen wird und mich auf den Denk- und Tonfall jener einlassen, die vieles (oder gar alles) den Bach runtergehen sehen und mit dem Weltuntergang gar nicht bis 2012 warten wollen.

Alleine, es gelingt mir nicht. Nein, nicht nur das, ich will mich nichtmal anstrengen, es zu versuchen, in den “Schlimm-Schlimmer-Am Schlimmsten”-Kanon einzufallen. Warum sollte ich? Was würde es am Ergebnis ändern? Dies ist der Weg, für den ich mich entschieden hab, weil er mir für mein jetziges Leben als der interessanteste und praktischste erscheint. Klar kann es sein, daß meine Pläne schiefgehen, daß ich mit der 2-Familien-Haus-Situation nicht klarkomme, wegen der fehlenden Schichtarbeit das Geld nicht mehr reicht (was ich nicht glaube) oder die Ruhe meines Wohnortes mich erdrückt und ich mir die Hektk und den Lärm einer Großstadt zurückwünsche.

Und hier kommt ein eigentlich sehr guter Freund ins Spiel. Er, den ich schon sehr lange kenne, wirft mir (und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen) “krampfhaften Lala-Rosa-Optimissmus” und “unrealistische Erwartungshaltungen” vor. Hui, das hat Dampf und Formulierungskraft.

lalarosa

Sein “Einwand” betraf vor allem meine berufliche Zukunft, was nicht verwundert, da er nicht nur in derselben Firma arbeitet wie ich, sondern wir auch vor meiner Entsendung nach Budapest jahrelang direkte Kollegen waren. Und nicht nur das, er war es auch, der mich vor 11 Jahren für “angeworben” hat. Der Jobwechsel war und ist sicherlich eine meiner besten Entscheidungen meines Lebens gewesen und dafür bin ich ihm noch immer dankbar. Ich bin ihm auch dankbar für das ein oder andere offene Ohr, das er hatte, wenn ich mit Problemen zu kämpfen hatte, wie auch diesen Sommer. Die Krise war nicht zu knapp, aber sie ist vorbei, gelöst und ich hab mich wieder aufgerafft. Ein gutes Zeichen, ein Erfolg.

Aber wie ist das mit meinen oben genannten Entscheidungen? Bin ich wirklich zu optimistisch? Fahre ich zu viele kalte Wasser auf einmal auf? Ich denke nicht, denn das ist beleibe nicht das erste Mal, daß ich in besagte kühle Gewässer springe und mich damit nicht nur wohlfühle, sondern auch konstant weiterentwickelt habe. Also wage ich es einmal mehr und bin dabei furchtbar heftig (in seinen Worten “krampfhaft”) lala-rosa-optimistisch.

Dabei sage ich Euch: Lasst Euch Eure Welt und Eure Entscheidungen nicht von den Griesgrämern vermiesen, von jenen, die vor allem das Schlechte in allem sehen und heftigst enttäuscht sind, wenn ihr nicht ihrer Schwarzmalerei folgt. Klar, in dieser “Gesamt-Welt” und den vielen kleinen Welten, die jeder einzelne von uns die seine nennt und darin lebt, geht vieles schief. Ja, unterm Strich passiert ziemlich  viel Scheisse, es gibt böse Menschen,  fordernde Situationen und schlimme Schicksale. Aber es liegt an uns, wie wir darauf reagieren, es liegt an uns, wo wir unsere Energie, unsere Kraft hineinstecken, ob in Ärgern und Verzweifeln oder darin, die Situation zu verbessern und für uns wieder lebensfähig zu machen.

Beim Fremdärgern ist es noch einfacher, also einer Situation, wo ich mich über etwas ärgere, was ein anderer tut, obwohl es mich eigentlich direkt gar nicht betrifft. Ich kann darüber schimpfen, mir die Haare raufen, mich immer und immer wieder “Wie kann der nur?” fragen, aber ich kann auch darüber schmunzeln, lachen oder von mir aus auch lästern (ein wunderbarer Weg, negative Einflüsse in positive Energie umzuwandeln), aber Hauptsache, ich lasse mir davon mein Leben nicht kaputtmachen oder mich in meinen Entscheidungen behindern.

Okay, die Welt ist schlecht - das ist ein Schluß, zu dem ich nach so manchen Beobachtungen durchaus komme. Denoch gibt es Inseln, kleine Welten von Freundschaften, Hoffnung und Freundlichkeit. Manchmal sogar Liebe. Auch, wenn das große Ganze den Bach runtergehen sollte (ich weiß ja nicht mal, ob es tatsächlich so ist) kann ich im Kleinen gut leben. Dazu tragen vor allem meine Freunde und Bekannten bei, die mir immer wieder neue Perpektiven zeigen, neue Fragen haben, neue Herausforderungen. Stillstand ist Rückschritt, also voran und ab in die wunderbare Welt des Lala-Rosa-Optimismus.

Und wenn mein pessimistischer Freund und ich am Ende Bilanz ziehen, so werden wir wahrscheinlich beide trotz mancher Krise diese Welt überlebt haben. Aber ich werde dabei mehr gelacht und mich an Dingen erfreut haben, die er nicht mal wahrnimmt. Vielleicht nur kleine Dinge, wie ein toller Wortwitz oder mein Möhre fressendes Karnickel. Aber was zählt, ist das Lachen und all die Chemie dahinter, die es in uns auslöst.

Ach ja, fast vergaß ich zu erwähnen, daß besagter Freund nach der Diskussion den Kontakt abgebrochen hat. Ich wollte halt seiner aus meiner Sicht grenzwertig paranoiden Sichtweise nicht folgen. Naja, Zeit für ein bisschen Lala-Rosa. Es ist schade, aber die Welt dreht sich weiter. ;)

Was Probleme in meinem Leben betrifft, so werde ich davon wahrscheinlich nicht verschont bleiben. Weil ich selber Mist baue oder ein anderer es nicht gut mit mir meint. Aber solange ich nach dem Auf-die-Schnauze-Fallen wieder aufstehen kann und das Lächeln wie das Lachen nicht verloren habe, ist es gut. Dann kann ich auch in einer schlechten Welt feiern.

Hoch die Tassen!

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Twitter und das Erdbeben

Am 29.Juni.2010 schrieb elmar in Allgemein | 4 Comments »

Obwohl seit fast zwei Jahren in Twitter angemeldet, habe ich erst vor ein paar Monaten angefangen, “richtig” zu twittern und fleissig anderen Leuten zu folgen. Schnell habe ich Leute kennengelernt, mit denen ich mich inzwischen täglich und nicht nur über Twitter austausche. Wir reden über Fotografie, spielen Carcassonne und fülosofieren, was das Zeuch hält. Ein faszinierendes Konzept von “Social Networking”, welches auch Firmen und Spammer langsam für sich entdecken.

Diese Nacht, in der ich zufälliger- und glücklicherweise gearbeitet habe, zeigte sich mir Twitter noch von ein einer anderen Seite. Einer, die ich bisher nur aus Berichten und Erzählungen anderer mitbekommen habe… als rasantes Informations-Weiterverbreitungs-Medium.

seismoUm 2:42 Uhr lokaler Zeit gab es im Rhein-Main-Gebiet ein Erdbeben der Stärke 3,7. Nicht viel für internationale Verhältnisse, aber die eher erdbebenunerprobten Südhessen waren beeindruckt bis erschreckt. Direkt nach dem Ereignis, dem anscheinend auch noch ein lauter Knall vorausging, rief mich ein Kollege an und erzählte mir, daß nach einem plötzlichen Knall Wände und Türen gewackelt hätten und er sich nicht sicher sei, was da gerade passiert sei. Das weckte nicht nur persönliches, sondern auch fachliches Interesse, arbeiten wir beide doch für Lufthansa Systems, er in Kelsterbach in direkter Nähe zum Frankfurter Flughafen und ich in Budapest. Unsere Aufgabe: Überwachung der Server und Netzwerke und Handling eventueller (Groß-)Störungsfälle. Da ist man nach einem solchen Ereignis natürlich doppelt alarmiert und lechzt nach Informationen und Details.

In diesem Moment kam mir die Idee, doch mal in jenem Netzwerk zu suchen, das inzwischen mein tägliches  Zuhause geworden ist. Und siehe da… schon kurz nach dem Ereignis gab es ein Dutzend Tweets (Nachrichten) zum Stichwort “Erdbeben” von Leuten aus Frankfurt und Umgebung. Sie berichteten von den eigenen Erlebnissen und Ängsten, von der Überraschung eines Erdbebens in Rhein-Main, steuerten aber auch Links und andere Infos bei. erdbebenEin Twitterianer mit Beziehungen zum Geologischen Institut der TH Darmstadt steuerte wenig später Diagramme bei, andere verlinkten ein Online-Presseportal oder Meldungen der Seismischen Institute [1] [2].

So wurde die Ungewissheit darüber, was genau man denn da erlebt hat, zur schnell bestätigten Gewissheit. Zum Glück ist zumindest bei uns im Netzwerk- und Serverbetrieb alles glimpflich ausgegangen, daher konnte ich die kleine “Aufregung” eines Erdbebens in Frankfurt richtig auskosten, wenn auch gerade 1000 Kilometer entfernt.

Was mich neben der ganzen Erdbeberei aber am meisten begeistert hat, war die Geschwindigkeit und Vielfältigkeit, mit der die Twittersphäre selbst nachts um viertel vor Drei auf ein solches Ereignis reagiert. Im Nu war es möglich, andere an dem gerade Erlebten teilhaben zu lassen oder Berichte aus erster Hand zu lesen. Und das in Minutenschnelle. Aber nicht nur das… selbst wenn ein Nachrichtenmedium diese Schnelligkeit erreichen könnte, würde noch immer der Rückkanal fehlen. Hier aber kann ich die “Reporter vor Ort” direkt anschreiben, nachhaken, Details einholen. Und auch das fast unmittelbar, im Minutentakt.

Dabei schalten sich auch andere ein, denn die Kommunikation ist ja nicht mailmässig 1 zu 1, sondern 1 zu viele. Auf der einen Seite sehen all jene meine Beiträge, die mir sowieso schon folgen, aber auch alle anderen, die in Twitter gerade nach dem passenden Stichwort (hier natürlich “Erdbeben”) suchen. Dazu werden die Tweets mit sogenannten Hashtags versehen (#Erdbeben), die eine schnelle Indizierung ermöglichen. Dadurch, und durch das sogenannte “Retweeten”, also das Wiederholen von Meldungen anderer an den eigenen Empfängerkreis, gewinnt Twitter eine unglaubliche Dynamik und Geschwindigkeit, die ich diesmal live und als “part of it” miterleben durfte. Dieser Comic veranschaulicht sehr schön das Verhältnis von Twitter und Erdbeben.

Fazit: Die alten Medien sind nicht tot. Aber sie ächzen schwer. Da ich gerade erst mit einem Freund an einem Vortrag zum Thema “Mediennutzung aus Sicht eines Digital Native” mitgearbeitet habe, bin ich für das Thema zwar sensibilisiert, aber doch noch etwas theoretisiert. Diese Nacht hat mir nun einen wahrlich grandiosen Einstieg in das Echtzeitverhalten sozialer Netzwerke gebracht, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Viva Twitter!

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Was ist so toll am iPad?

Am 13.Juni.2010 schrieb elmar in Allgemein | Keine Kommentare »

Als ich das erste Mal während der Januar-Keynote das iPad sah, war meine Reaktion “Was in aller Welt ist DAS denn? Ein zu gross geratener iPod touch?”. In der Tat ist das auch heute noch ein häufiger Kommentar, der jedoch bei Apple-Ignoranten kaum verwundert. Aber bei einem Apple-Fanboy wie mir?

In der Tat bringt das iPad im Vergleich zum iPhone oder iPod touch kaum etwas Neues. So gut wie alles, was man heute mit dem iPad erledigen kann, beherrschen bereits die kleinen Brüder. Schlimmer noch: Das iPad hat nicht einmal eine Kamera, man kann weder damit telefonieren noch SMSe schreiben. Was also macht Teil so anziehend?

Ganz einfach: Size matters!

HomescreenStellt Euch vor, Ihr lebt in einer kleinen Wohnung. Der Platz ist beengt, aber dank einiger Tricks habt Ihr es Euch ganz gut eingerichtet und könnt so manche Annehmlichkeit geniessen, die man der kleinen Behausung auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte. Plötzlich kommt jemand daher, reisst eine Wand nieder und auf einmal habt ihr das sechsfache an Platz, einfach so. WOW, was ein Unterschied! Ihr müsst nicht mehr rumimprovisieren, sondern könnt Euch einfach breit machen, Eure Möbel neu stellen, müsst nicht mehr alles übereinander lagern oder hin- und herschieben, sondern geht einfach in die Breite.

Wer es schon angenehm und einfach fand, auf dem iPhone zu surfen oder ein Filmchen anzusehen, in Fotos zu stöbern oder seine Mails zu bearbeiten, wird von den Möglichkeiten des iPads begeistert sein. Alleine durch die Größe des Displays vervielfacht sich der Spaß beim Lesen und Bedienen, ohne wie bei einem Notebook gleich potentiell unhandlich zu werden. Auch wenn das iPad einen Hauch schwerer ist als ich beim ersten Anblick erwartet habe, habe ich mich schnell an Gewicht und Form gewöhnt und will mein Paddie nicht mehr missen, sei es am Schreibstisch, auf dem Sofa oder im Bett. Ich fühle mich an Szenen aus StarTrek erinnert, wo Captain Picard eins dieser knuddeligen kleinen “elektronisches Notizbrettchen” überreicht wird mit irgendwelchen Missionsdaten oder Schichtplänen. YAY! Genau so etwas halte ich gerade in der Hand, und daß über 300 Jahre zu früh! Zukunft matters!

Für die nativen iPad-Apps haben die Entwickler die GUI-Elemente oft neu angeordnet und den Platz damit besser genutzt. Was vorher umständlich versteckt war, kann nun nebeneinander dargestellt werden, z.B. die Übersicht der Mails neben den eigentlichen Inhalten. Das klingt banal, birgt aber viel Spaß und Erleichterung, weil man nicht mehr dauernd mit irgendwelchen Provisorien und häufigem Rein- und Rauszoomen auf dem iPhone konfrontiert wird.

Von der Größe profitieren auf jeden Fall die Standardprogramme wie Kalender, Kontakte oder Mail. Sie nähern sich damit ihren Pendanten auf dem Mac an, bleiben aber trotzdem simpel und überschaubar.

Kalender

Videos schauen macht auf dem iPad richtig Spaß, nicht nur wegen der Bildschirmgröße, sondern weil das iPad dabei gleichzeitig handlich bleibt. Damit kann ich mich auch mal im Bett auf die Seite hauen, das iPad neben mir (die Rotation läßt sich im Gegensatz zum iPhone abschalten) und loslegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mir ein lokal gespeichertes Video anschaue, eine Podcast-Folge oder mich von YouTube bzw. dem heimischen AirVideo-Server beliefern lasse, der mir fleissig die Filmchen vom Mac oder NAS streamt (und dabei noch konvertiert)

YouTube

Podcasts

Fotos ansehen auf dem iPad ist einfach klasse. Durch die schnelle und intuitive Bedienung macht es richtig Spaß, vom “Pinchen” (Auf- und Zuziehen eines Fotostapels) oder vom Reinzommen kann ich gar nicht genug bekommen (no Chance on iPhone). Die Applikation läuft ausgesprochen flüssig. Und wenn ich mal keine Lust auf aktives Fotosurfen habe, stell ich das iPad in die Ecke und lasse eine Diashow laufen… der perfekte digitale Bilderrahmen.

Fotos

Wie kamen eigentlich Menschen auf die Idee, wunderbare Webseiten mit jeder Menge Info und Unterhaltung zusammenzuschrauben, um diese anschliessend auf ein kleines Handydisplay zu quetschen? Das ist ungefähr so unsäglich wie Faxen im 21. Jahrhundert. Surfen im Netz braucht Platz und den bietet das iPad, bleibt dabei (ich wiederhole mich) handlich wie das schon beschworene StarTrek-Pad.

SPO

Eine häufig genannter Punkt der selbsternannten Kritiker ist die Geschlossenheit des Systems (womit jene durchaus nicht Unrecht haben), aber diese Geschlossenheit läßt sich aufbrechen mit den vielen Dateiverwaltungsprogrammen wie AirSharing, EZShare etc. Mein absoluter Favorit ist der GoodReader, mit dem ich mir Dateien aus den verschiedensten Quellen (WLAN, Internet(Browser), Mails, FTP, DAV, iDisks, S3 etc.) aufs iPad schaufeln und anschauen kann. Danke der Größe mit einer bequemen GUI.

GoodReader

Für Twitter ist das iPad mittlerweile mein “Standard-Device” geworden (dank des hervorragenden Clients “Osfoora”), aber auch Facebook macht Spaß, da es ja im Prinzip nicht viel mehr als browsen ist. Beim Messenger bin ich noch etwas zögerlich, zwar gibt es mit Beejive IM einen guten Client mit Push Notification, aber das Hin- und Herswitchen nervt noch etwas. Hier braucht es entweder iOS4 (für’s iPad im Herbst) oder einen guten App-Switcher für den “Backgrounder”.

Osfoora

Sehr schön zum bequemen Lesen aber ist das iPad für die tägliche Dosis Freud und Leid in der Welt. Neben dem Browser (z.B. für SPO) gibt es eigene Apps, z.B. für die “Welt” oder “Focus”. Und natürlich für eine ganze Reihe internationale Magazine. Und wer richtig tief in das “gedruckte” Wort einsteigen will, findet jede Menge eBooks zum Lesen, von spannenden Romanen über Sachbücher bis hin zu jedem beliebigen PDF, daß in der aktualisierten version der iBooks App dargestellt werden kann.

Welt

Sogar Office-Applikationen gibt es für’s iPad, zum Beispiel die abgespeckten Versionen der Mac-Programme Pages (Textverarbeitung), Keynote (Präsentation) und Numbers (Tabellenkalkulation). Auch wenn Bedienung und Umfang nicht mit dem Mac vergleichbar sind, reicht es doch, um unterwegs mal einem Text, einer Tabelle oder einer Präsentation zu schleifen. Wer will und Platz hat, macht sich die Arbeit durch Verwendung einer (Bluetooth-)Tastatur noch einfacher.

Auch zum schnellen Fernsteuern eignet sich das iPad, sei es per SSH (für die Server- und Kommandozeilenfreaks) als auch per VNC, Teamviewer, LogMeIn oder den Wyse RDP-Client.

LogMeIn

Zu guter Letzt seien - freilich - noch die Spiele erwähnt, die auf einem großen Display natürlich viel schöner zu spielen sind. Mit dem Accelerometer hat das iPad (wie seine kleinen Brüder) neben dem Touchscreen eine sehr interessante Steuerungsmöglichkeit, die sichi für Geschicklichkeits- und Balancierspiele geradezuanbietet.

Carcassonne

Fazit: Das iPad ist eben doch kein grosser iPod touch, es ist aber auch kein Macbook… es ist einfach ein iPad und besetzt damit eine bisher unausgefüllte Nische, die aber enorm viel Spaß macht und vieles - wenn auch nicht alles - der kleinen und großen Brüder übernehmen kann. Es ist in meinen Augen kein Standalone-Produkt (obwohl das durchaus funktioniert), sondern eine wunderbare Ergänzung des heimischen Desktops oder mobilen Macbooks. In der Hängematte, im Bett oder auf dem Sofa will ich eben nicht umständlich viel Zeug mit mir rumschleppen, auch nicht im Cafe, am Strand oder in der Bahn. Wer nicht gerade “professionellen” Tätigkeiten nachgehen will wie Photoshoppen oder Dokumentationen schreiben, kommt im Alltag mit dem iPad als ständigem Begleiter wunderbar zurecht.

Ich will es jedenfalls nicht mehr missen.

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Twonkymedia Server - UPnP Server für ein Openfiler NAS

Am 20.Mai.2010 schrieb elmar in Allgemein | Keine Kommentare »

Vor einiger Zeit habe ich mir ein NAS mithilfe des Intel SS4200 und einem auf rPath Linux aufbauenden Openfiler aufgebaut. Die offene Struktur lädt zur Installation weiterer Tools und Programme ein, was auf einem “Out-of-the-Box”-NAS nicht immer möglich ist. Eine interessante Sache für das digitalisierte Heim ist die Installation eines UPnP-Servers, der die ohnehin schon auf dem NAS liegenden Inhalte (Bilder, Filme, Musik) im (W)LAN zur Verfügung stellt. In vielen aktuellen Fernsehern (z.B. in meinem Samsung UE46B8000) finden sich UPnP-Clients, mit denen man genau diese Inhalte wiedergeben kann. Oder man verwendet externe Clients wie den CinemaTube, der dann wieder an das TV-Gerät angeschlossen wird.

Durch Zufall bin ich nun auf den Twonkymedia Server gestossen, der eine extrem einfache Möglichkeit bietet, einen UPnP-Server auf Linux zu realisiereren. Tatsächlich war es nicht mehr als das Herunterladen eines “Setup Packages” (bestehend aus einem Shellskript plus zu installierende Dateien), dessen Ausführung und schon war der Mediaserver am Laufen. Zuerst hatte ich mir ja Gedanken gemacht, ob die glibc korrekt ist, ob ich noch weitere Software brauche etc., hab es aber dann einfach probiert und siehe da - es läuft.

Sofort nach der Installation konnte ich die Benutzeroberfläche starten, die beim TM Server über Webbrowser realisiert wird. Dazu läuft ein entsprechender Webserver auf Port 9000 auf dem NAS.

Twonkymedia Server Statusseite

Dann noch die freizugebenden Verzeichnisse mit den Mediadateien konfigurieren, den Mediaserver neu starten und fertig. Über das Setup-Menü lassen sich viele externe Quellen einbinden wie Youtube, Facebook, Flickr, Shoutcast etc. Das macht den Twonkymedia Server zu einem “richtigen” Multimedia Center.

Fazit: Die Installation war extrem einfach (für Linux-Verhältnisse ;)) und mit nicht mal 10 Euro (momentanes Sonderangebot, normaler Preis 20 Euro) ist die Software in meinen Augen ihr Geld wert.

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Da sag noch einer…

Am 3.Juli.2009 schrieb elmar in Budapest, Dienstleistungspannen, Unterwegs, Werbung | 1 Comment »

es gäbe keine Servicementalität im Einzelhandel mehr…

Eben durch das Einkaufszentrum gestromert auf der Suche nach einem Schuhlöffel (englisch “shoehorn”, wie ich dabei gleich gelernt habe ;-)). Es gibt zwar im “Westend” in Budapest jede Menge kleine Schuhläden, aber keine Löffel. Da, ein etwas größerer Salamander… Aber auch die haben nur einen Schuhlöffel Marke “Domina” für Schuhe über 50cm Höhe. Doch die nette Verkäuferin weiß trotzdem Rat und durchforstet g’schwind ;-) allerlei Schuhkartons im Lager, bis sie schliesslich stolz ein Schuhhorn von Bugatti hochhält, offensichtlich gerade einem frischen Paar Schuhe entrissen. Und dann wollen die noch nicht mal was dafür haben.

Danke, danke, lieber Salamander samt seiner Verkäuferinnen. So geht das. :-)

Zu Hause angekommen, beginne ich meine Nachforschungen für den morgigen Tag in München, bei dem ich unter anderem auf Jagd nach Falken gehen werden. Ähmmm… nein, nicht der vermutlich schon bedrohte Raubvogel, sondern Socken der Marke Falke (genauer, die Trekking-Version TK2), welche hierzulande kaum bis gar nicht aufzutreiben sind und deren großer Fan ich bin.

Also fluggs angefangen, rumzutelefonieren, der erste Anruf führt mich gleich zum North Face-Laden in der Sendlinger Strasse, worin mich ein netter junger Mann glatt und sprichwörtlich von den Socken haut. Sie hätten zwar keine Falke-Socken, aber das komplette Falke-Programm gäbe es bei Sport-Schuster gleich am Marienplatz. Und nennt mir noch das Socken-Stockwerk mit dazu.

Geht es noch besser?

Neees, sag ich und werde morgen gleich noch einen Abstecher zu besagtem North Face-Laden machen und mich nochmal persönlich bedanken. Bei der Gelegenheit nehm ich dann auch gleich ein paar Outdoor-Hemden mit, denn die stehen - was ein Zufall - auch auf meiner deutschen Einkaufsliste.

Ach ja, und wenn wir schon beim Thema Kundendienst sind, vor einer Stunde habe ich für meinen Uralt-Mixer von Braun, dem Klassiker MX32, gleich ein paar Ersatzdeckel beim Braun-Kundenservice bestellt. Die sind dort mit 2,62 Euro aber auch erstaunlich billig und vor allem - das ist das beeindruckenste - überhaupt zu bekommen, den das Modell MX32 dürfte bald ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. :-)

Das nenne ich einen erfolgreichen Tag. :-)

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Du sollst nicht reden über Deines nächsten Sexualität.

Am 20.Juni.2009 schrieb elmar in Ausgekotzt, Gesellschaft, Kirche, Politik, Zeitgeist, Zweifel | 2 Comments »

Diesmal sind’s die Litauer. Giessen religiöse Ansichten in ein weltliches Gesetz, nach dem Homosexualität in der Öffentlichkeit, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten können, nicht mehr erwähnt werden darf. 67 von 74 Stimmen befürworteten das Gesetz, alles andere als ein knappes Ergebnis. Besonders perfide ist das Argument einer konservativen Abgeordneten, daß es dadurch ja auch verboten sei, “schlechte Gefühle zur Homosexualität zu diskutieren”. Super, damit haben alle das Klassenziel erreicht.

Ich frage mich bei solchen Gelegenheiten oft, was denn die Maul-Verbieter damit eigentlich erreichen wollen. Der offentsichtlichste und auch oft genannte Grund ist der, zu verhindern, daß Kinder und Jugendliche einem schlechten Einfluß ausgesetzt und womöglich selber schwul oder lesbisch werden.

Aber, aber, liebe Litauer und andere Fundamentalisten, glaubt ihr allen Ernstes, das ändert auch nur einen Moment etwas am Ergebnis? Fragt mal die “Betroffenen” und ihr werdet feststellen, daß das Problem in Wirklicheit darin besteht, nicht über das Thema reden zu können. Wer schwule oder lesbische Gefühle in sich spürt, muss mit diesen umgehen lernen, muss herausfinden können, was mit ihm oder ihr los ist, muss für und zu sich selbst Stellung beziehen lernen. Es geht nicht um schlechten Einfluß, denn ich bin fest davon überzeugt, daß Homosexualität kein Virus ist, den man sich mal eben so beim Nachbarn einfängt, sondern etwas, daß sich so oder so entwickelt und wenn es denn so ist, nicht umgekehrt oder geheilt werden kann - Die Praxis gibt mir (aus meiner Sicht) recht. Also nützt es auch gar nichts, wenn ihr “eure Kinder” von derlei Themen fernhaltet, weil sie davon genauso wahrscheinlich schwul oder lesbisch werden wie von Erdbeermarmelade oder Dauerregen.

Nein, die wirkliche Meinungspest und Beeinflussungsmasche liegt exakt in eurem Versuch, Leuten das Maul zum Thema Homosexualität zu verbieten. Ihr wollt das Reden zensieren, wenn ihr an das Denken nicht herankommt. Ihr seid frustriert, weil eure vermeintlichen Heilungsversuche fehlgeschlagen sind, weil die Priesterseminare voll sind mit Schwulen und weil ihr den Mißbrauch von Kindern durch manche Diener Gottes nicht in den Griff bekommt. Ihr gebt euch der Illusion hin, daß sich das Thema schon erledigt, wenn nur nicht drüber geredet wird. Aber es funktioniert nicht. Schöne scheinheilige Welt, die ihr euch da zurechtlegt und schlimm genug, daß eure Saat in Ländern wie Litauen auf allzu fruchtbaren Boden fällt.

Ihr schadet Euren Kindern nur, indem ihr solche Themen von ihnen fernhaltet. Glaubt mir, es gibt für viele eine Phase, in der sie nicht wissen, wo sie hingehören, wie sie das, was sie empfinden, zu deuten haben. Es macht ihnen Gedanken oder gar Sorgen und sie möchten mit jemandem darüber reden, wollen Antworten auf die drängenden Fragen, die sich bei manchem Gefühl und mancher Verliebtheit einstellt. Ihr verweigert Euren Kindern diese Antworten und serviert ihnen stattdessen religiöse Sterotypen aus einem 2000 Jahre alten Buch.

Letzten Endes festigt die Beschäftigung mit dem Thema die Sicherheit über die eigene Sexualität, egal, ob er oder sie nun hetero-, homo- oder sonstwie -sexuell ist.

Eigentlich denke ich mir immer, daß in der heutigen Zeit der Aufklärung religiöser Fundamentalismus nicht mehr funktionieren sollte, aber ganz offensichtlich tut er das noch in vielen Ländern und Gegenden. Ganz offensichtlich gibt es - neben manch anderen steinzeitlichen Instinkten in unserem Gehirn - eine fundamentalistische Ader, die immer dann in den Vordergrund tritt, wenn sie nicht durch andere Kräfte - Verstand, Logik, Toleranz, Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe - im Hintergrund gehalten wird.

Wo Vielfalt und Toleranz nicht mehr unterrichtet werden, ist die Verurteilung vermeintlich Aussätziger nah, stärkt sie letzten Endes doch den eigenen Zusammenhalt und die Identität mit den Mitglaubenden. Umso schlimmer, wenn es - wie in Litauen - bis in weltliche Lager und Gesetze vordringt, ganz abgesehen von Statten und Gesellschaftsformen, bei denen Staat und Kirche kaum noch trennbar sind. Daß dort mit Homosexeuellen noch ganz andere Dinge passieren, verwundert nicht mehr.

Religion und Glaube an sich ist ein für viele Menschen und Gesellschaften wichtiger Halt und Ratgeber und ich kenne eine Reihe gläubiger Menschen, die denoch mit Homosexualität kaum oder keine Probleme haben und die ich absolut respektiere. Wo Religion aber in Fundamentalismnus ausartet und Mitmenschen unterdrückt,brandmarkt oder direkt gefährdet, hört für mich die Toleranz auf.

Um mal nicht zu sehr schwarzzumalen, es gibt auch Gegenbeispiele und die z.B. sogar in der vermeintlich konservativen bayerischen Provinz. Wo schwule und lesbische Lehrer offen unterrichten dürfen, wo offen schwul lebende Evangeliken von Gemeinderäten zum Pastor gewählt werden, wo ein schwuler junger Mann von der SPD Bürgermeister werden kann.

Unterm Strich wird es also besser, zumindest in einigen Teilen dieser Welt. Was derweil in anderen Gebieten vor sich geht, macht mich schaudern und zweifeln an den Menschen, die doch immer wieder verfallen in die dunkle Macht aus Dummheit, Intoleranz und Ignoranz.

Quelle: Spiegel Online

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Selber-Schuld-Schock-Video

Am 8.April.2009 schrieb elmar in Unterwegs | Keine Kommentare »

Die Hamburger Polizei veröffentlichte kürzlich ein “Schockvideo“, in dem innerorts auf der Reeperbahn ein Motorradfahrer mit 120 km/h auf einen linksabbiegenden Mercedes knallt.

Obwohl ich aus eigener Erfahrung als Ex-Motorradfahrer und Ex-Rettungsassistent weiss, wieviel haeufiger die Schuld bei Motorrad-Auto-Unfaellen bei den Vierradlenkern liegt, habe ich absolut kein Verstaendnis und Mitleid für rasende Zweiradler.

Ich bezweifle, dass das Video gegen die oft tief verwurzelte Dummheit ankommt, aber vielleicht überdenkt ja doch der eine oder andere seine “Fahrtechnik”.

Da kann ich nur sagen: Dumm gefahren gelaufen.

Quelle: Spiegel Online

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Kommentar zum x-ten Amoklauf

Am 13.März.2009 schrieb elmar in Gesellschaft, Zeitgeist, Zweifel | Keine Kommentare »

Dies ist das 1:1-Zitat eines Beitrages von mir in einem Forum. Es ging - natürlich - um den jüngsten Amoklauf und - wieder mal - um die Frage, wie weit Killerspiele einen Anteil an solchen Amoklaeufen haben.

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Ein Problem kann man causal (an den Ursachen) oder symptomatisch (an den Wirkungen) bekaempfen, wobei ersteres oft deutlich schwieriger ist und letzteres meist “naheliegend”. Hab ich Kopfschmerzen, schlucke ich eine Kopfschmerztablette und Ruh’ iss. Woher die Kopfschmerzen aber kommen (und wahrscheinlich sogar ein Warnsignal des Körpers sind), ignoriere ich damit. Das Ergebnis zaehlt.

Beim Thema “Amoklauf” ist die Unterscheidung IMO nicht so einfach.

Klar, symptomatisch = Kontrollen in den Schulen, keine Waffen, Metalldetektoren etc. (in den USA schon haeufig praktiziert). Was so einfach klingt, verlagert leider nur das Problem, wer nicht _in_ der Schule schiessen kann, tut dies davor oder in der Mall um die Ecke.

Auf der anderen Seite die Ursachen… ein Riesenfeld, kaum zu überblicken geschweige denn zu kontrollieren. Elternhaus, Erziehung, Mobbing etc.

Killerspiele stehen für mich genau zwischen Ursache und Wirkung. Sie sind nicht nur Ursache, aber auch nicht nur Wirkung. Wer sie spielt, hat einen Grund, sei es z.B. Spass, Herausforderung oder Kompensation. Es geht um Teamgeist, Schnelligkeit, Taktik und ich kann mir gut vorstellen, dass für viele “Killerspieler” Blut und Realismus zwar einen zusaetzlichen Kick bedeuten, sie aber durchaus zwischen Spiel und RL unterscheiden können.

Anders, wer kompensiert. Der lebt im Spiel all das aus, was er IRL nicht hat/ist/bekommt. Er kann allen Hass, Frustration und Schmerz in das Spiel packen und wird doch (oder gerade) am Ende als Sieger hervorgehen. Zumindest, wenn er das “Spiel” perfekt genug beherrscht.

Killerspiele “machen” IMO keine Killer, aber sie können in bestimmten Faellen zu Gewalt-Verstaerkung und Realitaetsverlust führen, sie können ein Katalysator sein für etwas schon Vorhandenes, einen Prozess beschleunigen oder überhaupt erst “Schein-Lösungen” für ein Problem aufzeigen. Sie können aber auch ein Ventil sein. Ist es nicht besser, den Frust über den gehassten Chef im Spiel loszuwerden als in Realitaet? Solange der Funke nicht in die Realitaet überspringt, druchaus legitim… die Gedanken sind frei.

Politiker, Geistliche und andere Tagtraeumer aber haetten gerne den perfekten Menschen, der einwandfrei funktioniert, keine dunklen Seiten aufweist und nie niemals nicht einem anderen Menschen auch nur in den leisesten Gedanken irgendeinen Schaden oder Missbrauch zufügt. Nett gedacht, aber das ist Realitaetsverlust, wie ihn kein Computergame bieten kann.

Letzten Endes ist die Frage, was wir draus machen. Die inzwischen freie Zugaengigkeit von Pornos stellt Erzieher und Erzogene ja auch vor ganz neue Aufgaben und nicht selten wird die ein oder andere Vorstellung von Liebe und Sex durch den “Schmuddelkram” (ich hassliebe dieses Wort) arg verzerrt. Andererseits wird über das Thema heute oft freier gesprochen und diskutiert als in den “guten alten” Zeiten von “Licht aus und Co.”

Also?

Ein Verbot von Killerspielen bringt denke ich nix, da bin ich derselben Meinung wie Phipz. Wer sich das Zeug besorgen will, wird es im Internet auch finden, zudem wird ein Verbot den Kick nur erhöhen. Und selbst, wenn ein Verbot den ein oder anderen Seiteneffekt lindern würde, hiesse es doch das Kind mit dem Bade ausschütten.

Kontrollen an Schulen sind auch ein netter Versuch, der das Leben vielleicht ein wenig friedlicher gestaltet, aber keinen sicheren Schutz bietet.

Was bleibt? Die schwierige Aufgabe, wirklich an die Ursachen heranzukommen. Die Aussage der Schulleiterin, dass ihr nicht bekannt sei, dass der Amokläufer Tim K. “in irgendeiner Form gemobbt wurde oder dass er gewalttätig war”, ist dabei schon blanker Hohn. Nicht bekannt = nicht existent? So viel Betriebsblindheit muss man erstmal aufbringen, zumal die Aussagen von Mitschülern und ein Chatauszug anderes bezeugen. (Nachtrag: Wie sich herausgestellt hat, war der Chatauszug mit der vermeintlichen Ankündigung gefaelscht!)

Der Lösungsweg ist also nicht einfach, ganz im Gegenteil. Er ist komplex, involviert unzaehlige Institutionen und Personen, kostet Geld und bringt auf kurze Sicht weniger Waehlerstimmen als der schnelle Schrei nach Verboten. Aber er ist vermutlich der einzige Weg, der funktioniert.

Jedenfalls braucht es mehr Besonnenheit statt Überreaktion. Kontrollen und Verbote gibt es schon genug, Verantwortung für das, was in unseren Köpfen aber passiert, möchte keiner übernehmen. Das waere ja auch zu viel verlangt. ;-)

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Wochenenddank

Am 9.März.2009 schrieb admin in Allgemein | 3 Comments »

Ein tolles Wochenende neigt sich mit 850 km/h dem Ende zu. Das entspricht ungefähr der Geschwindigkeit des Airbus A319, indem ich mich gerade mitsamt diverser Süßigkeiten (Duplo, Lindts 85-prozentige…) im Pack wieder der momentanen Heimat Budapest nähere.

Irgendwie hat (fast) alles gestimmt an diesem Trip und da das “fast” in diesem Satz zwei mir (glücklicherweise) vollkommen unbekannte Personen betrifft, bleibt für alle anderen, die ich noch erwähnen werde, eine Extra-Portion Großes DANKE. Ihr hattet alle einen Anteil am Gelingen, sei es, weil ihr meinen kleinen Trip überhaupt erst möglich gemacht habt, weil ihr mir in Buchholz, Hannover oder Hamburg eine sehr nette Gesellschaft wart oder weil ich mit Euch über 500 oder 1000 Kilometer einen spannenden Chat führen durfte, während ich gerade am Gate in Hamburg oder im Flieger in Frankfurt gesessen habe.

Als am Dienstag der Ruf nach Hannover ertönte, war ich mir erst nicht sicher, ob ich ihm folgen sollte. Auf der Cebit war ich noch nie gewesen und eigentlich hatte es mich auch nicht wirklich hingezogen. Aber daß da jemand von meinen Freunden tatsächlich eine Einladung einer Firma erhält, so mit Bahnticket und Eintritt und so, das war neu. Nach dem innerlichen GO kam die äußerliche Organisation. Dienst tauschen (um nicht direkt von der Nachtschicht in den Flieger zur Messe steigen zu müssen) und mich um einen Schlafplatz kümmern. Denn so viel war klar… nach der Messe würde ich als Standby’ler flugmässig nicht mehr von Hannover wegkommen - alle Flieger von Samstag und Sonntag nach FRA oder MUC waren bereits überbucht. Und dann gab es ja noch eine ganz andere Idee…

Beides (Diensttausch und Unterkunft) gestaltete sich zuerst schwierig. Die “Requests” waren rasch losgetreten, aber bis zum Eintrudeln der Antworten verging eine gespannte Weile, schliesslich aber war alles unter Dach und Fach und Sack und Pack und überhaupt. Danke, Rainer! :-)

Dank der losgewordenen Nachtschicht und einer spontanen Zusage für eine Übernachtungsmöglichkeit bei Hannover (trotz später Anfrage) konnte ich sogar schon am Freitag fliegen. Also ab zum Flughafen, es war Freitag, der 6. März, mittags.

Ein kleines Hinderniss tat sich auf, weil der Flug BUD-FRA Verspätung hatte. So war der Anschluss nach HAJ (Hannover) nicht zu bekommen. Während ich aber noch im Kopf die Alternativen durchspielte (Zug ab FRA etc.), kam schon die Ansage… “Passagiere gebucht nach Hongkong, Paris und Hannover bitte am Gate melden”. Die fleissigen Damen waren bereits damit beschäftigt, meine Reise zu retten und mich über MUC umzubuchen. Nicht nur das, zwei nette Fensterplätze waren auch gleich inbegriffen, was für einen PAD schon fast Luxus ist. Danke, Lufthansa. :-)

Am Flughafen Hannover wurde ich sogleich in Empfang genommen, trotz der zweistündigen Verspätung durch die Umbuchung klappt alles super, die private Unterkunft kann man nur als absolut gelungen bezeichnen. Gästezimer unterm Dach mit zwei bequemen Betten, eigenes Bad und ein toller Ausblick aus dem Dachfenster auf Feld, Wald und Wiese. Ein nettes und anregendes Gespräch mit leckeren Äpfeln und lustigen Geschichten am Küchentisch, gefolgt von einer Wii Sports-Rundreise (ausser Golf ;-)), welche den Abend perfekt und mit viel Spaß abrundete. Am nächsten Morgen nochmal gut unterhalten und zum Bahnhof gebracht werden, ein kostenloses CeBit-Ticket im Gepäck… besser geht’s nicht. Danke Birgit und Mike. Danke, Alex. :-)

Vor der Messe schnell ein Bahnticket nach Hamburg gekauft und sogar noch einen Sitzplatz bekommen. Dazu noch sehr freundlich bedient worden. Danke, Bahn. :-)

Die S-Bahn zur Messe war voll. Also ich meine Voll, um nicht zu sagen VOLL. Was dem Spaß keinen Abbruch tat, vor allem, als eine Horde Jugendlicher die große Behindertentoilette mitnutzen wollte und kurze Zeit später wieder rauswollte, vermutlich weil sie noch nicht so dufttolerant waren, wie man es sich mit zunehmendem Alter und Flatulenz schonmal antrainiert.

Am Messebahnhof perfektes Timing. Just in dem Moment, als ich von meinem Ankunftsgleis 12 zu Gleis 16 gewechselt war, fährt auch schon der ICE aus München ein und mit ihm der Star des Tages: Phipz.

Der Messetag war einfach genial. Ich hatte ein paar Pläne gemacht, Vorträge rausgesucht, die mich interessieren, Hallen ausgelotet. Am Ende stand der Tag aber doch immer wieder im Zeichen von Zarafa und jenem Messestand, an dem Phipz spontan einen Vortrag über Z-Push halten würde, quasi die Live-Version einer seiner Podcastfolgen. Naja, kein Wunder, schliesslich war dies ja auch der Hauptgrund des ganzen Ausflugs. Zwischendurch sind wir immer wieder über die Messe gestreift, haben jede Menge Fotos geschossen und uns immer wieder über lustige Leute und Ausstellungsobjekte amüsiert. Von den geplanten Vorträgen hab ich keinen einzigen gesehen, aber auch nicht vermisst. Es war einfach gut, so wie es ist und wer hält da schon noch an einem Plan fest?

Die Leute von Zarafa waren auch sehr nett, sie gaben uns nicht nur die Möglichkeit, unser Zeug unterzubringen, sondern richtiges VIP-Feeling und Verpflegung obendrein. Spannend war auch, mit einer Internet-Bekanntheit wie Phipz durch die Hallen zu ziehen. Mehrmals wurde er von anderen Besuchern angesprochen… “Du bist der Phipz mit dem iPhone-Podcast, oder?”… ein paar Neugierigkeiten befriedigt und sogar Fotos “mit dem Star” geschossen.

Ansonsten war die Größe der Messe erschlagend und hinterließ den dringenden Wunsch, nächstes Jahr wiederzukommen, am besten natürlich mit mehr Zeit. Dann ist sicherlich auch Gelegenheit für den ein oder anderen  (nicht selbst gehaltenen ;-)) Vortrag und eine Pause zwischendurch.

Nach der Messe war Hamburg angesagt, einen sehr guten Freund wiedersehen und natürlich vieeeeel zu quatschen haben. Dazu Wii zocken, was much more Spaß machte als zu Hause gegen den Compi. Wir waren gleichauf, konnten uns gegenseitig über den Tenniscourt scheuchen und stellten überrascht fest, wie eingleisig und vorgeproggt die Gegner der Wii doch sind. Lecker Waffeln und ein gemütlicher, gesprächlich angeregter Stadtparkspaziergang rundeten den Sonntag ab. Flughafen-Transfer inklusive. Danke, Björn! :-)

Am Gate in HAM war noch Zeit, also kramte ich das Macbook hervor und flugs wurde ein Chat mit einem guten Freund in der Schweiz gestartet. Ohrhörer rein, als Mikrofon hielt das des Macbooks her. Krasse Neuigkeiten galt es über den Skype’schen Äther zu schicken und die unfreiwilligen Mithörer um mich herum waren schon das eine oder andere Mal ob der deutlichen Worte erstaunt, die dieser Typ da mit seinem Laptop wechselte. Sowas hatten sie noch nicht allzuoft gesehen (und vor allem gehört ;-)). Danke, Cédric. :-)

Bevor die Umsitzenden den Klapsentransport holen konnten, wurde geboardet. Im fast ausgebuchten A321 fand ich mich auf einem Mittelsitz zwischen einem Herren zu meiner Linken wieder, welcher offensichtlich den geistigen Getränken zu oft und zu viel zuspricht und entsprechende Düfte aussondert und einem älteren Sonderling zur Rechten, der mich an jene netten Onkels in amerikanischen Thrillern erinnert, die sich schliesslich als psychopathische Serienkiller herausstellen. Um nicht zu irgendeiner Form paranormaler Kommunikation genörigt zu werden, setzte ich die üblichen Abwehrmittel ein wie Kopfhörer und Schlafsimulation. Leider musste ich den gesamten Flug über das Frischluftgebläse direkt auf mein Gesicht richten, um nicht dem Gestank des C2′lers ausgesetzt zu sein, während auf der anderen Seite Mister Unheimlich konstant an seiner Riesenzeitung bastelte, die umdrehte, neu sortierte und schliesslich verwarf. Er las nicht wirklich, sondern musste nur irgendwas tun, schien wie ein auf 300 Prozent laufender Motor, welcher im nächsten Moment durchzudrehen und zu verglühen drohte. Ich wusste nicht, daß ADS soooo lange anhalten kann.

Schliesslich hatte ich es geschafft, das rettende Gate war erreicht und ich wurde aus der psychopathischen Alkoholikerbüchse gerettet. Danke, A17! :-)

(Ja, Ihr habt es gemert, das war das “fast”, von dem ich ganz am Anfang sprach ;-))

Wieder wurde am Gate getschättet, dieses Mal nicht mit der Schwyz, sondern mit Burgau, wohin CeBit-Star Phipz inzwischen wieder zurückgekehrt war. Wie es das Stardasein so verlangt, mussten wir den Video-Chat unterbrechen, weil er zu einer Live-Schaltung in die Mac-TV-Sendung musste. Dort berichtete er von den Vortageserlebnissen auf der CeBit, belegt mit allerlei Fotos, die vor allem wohl von wem gemacht wurden? Naaa? Danke, Elmar. :-P

(Nachtrag: Die Foddos wurden natürlich von Phipz und mir gemacht. Die ersten drei in diesem Post sind z.B. von Phipz!)

Wieder im Vidchat kam uns wenig später das Boarding dazwischen, also setzten wir die Session im Flieger fort. Hehe, das war neu. Videochat zwischen LH3448 und dem Schwabenländle, Liveberichte von Sitz 20A, “Boarding completed”. Spätestens mit Türen zu und Pushback aber kamen wir zum Ende, denn nun hieß es “Elektronische Geräte bitte ausschalten”. Klasse war’s.

In BUD angekommen konnte ich sogar noch mit einem Arbeitskollegen mitfahren, welcher auf dem selben Flug wie ich gewesen war, was mir die Taxikosten ersparte. Danke, Jürgen. :-)

Ja, Leute… so ist das. Manchmal ist ein One-to-One, man trifft sich mit jemand und hat eine gute Zeit. Manchmal aber haben auch ganz viele verschiedenste Leute Anteil daran, daß es einem gut geht und das Leben schön ist. Denen wollte ich einfach mal DANKE sagen, es ist toll, daß es Euch gibt.

Danke Rainer, Birgit, Mike, Alex, Björn, Cédric, Jürgen und natürlich an Phipz, ohne den dieses Wochenende gar nicht so passiert wäre.

Und Danke an die Ungenannten all der anderen Tagen und Wochen, die einfach da sind. :-)

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Paparazzo-Seele???

Am 27.Januar.2009 schrieb elmar in Gesellschaft, Lästereien, Zeitgeist | Keine Kommentare »

Das ist der Hammer… da haben Beckham und seine Leibwächter einen Paparazzo vermöbelt. Nix Neues und auch kaum eine Träne wert… aber nun verklagt das “Opfer” Herrn Beckham wegen… man lese und staune… “körperlichen und seelischen Schadens”.

Okay… Verprügeln geht zu weit, körperlich kaputtmachen verbietet das Gesetz. Aber beim Thema “Seelischer Schaden” stellt sich doch die eindeutige Frage nach Ursache und Wirkung, Henne und Ei, Opfer und Täter.

Zu gern betrachten sich Paparazzi als Erfüllungsgehilfen, die ja schliesslich nur das liefern, was die breite und dumme Masse will. Das, meine Herren Berufsspanner, hat aber noch nirgendwo gezogen, weder an der DDR’schen Grenze noch bei den Auftragskillern der Mafia.

Letzen Endes sind Parazzi nichts anderes als das letzte Glied einer perversen Kette aus Sensationsgeilheit und “legaler” Spannerei, die Finger eines Abschaumkörpers, der sich darin suhlt, angeblich im Auftrag ihrer Klientel oder gleich der ganzen Gesellschaft zu handeln und sich nur zu gerne auf das “Recht auf Information” beruft.

Ich bin für das “Recht auf Gegenwehr”, nicht im Sinne von Selbstjustiz, sondern allegenwärtiger Notwehr. Wer von Paparazzo einem Paparazzo (seelisch!) gequält wird, sollte sich wehren dürfen. Und Paparazzi, die daraufhin einen “seelischen Schaden” reklamieren, gehören in die lebenslange Auslachkammer.

Fazit: Liebe Boulevard-Spanner, lest mal zur Abwechslung ein gutes Buch über das Ursache-Wirkungs-Prinzip. Vielleicht versteht Ihr es nicht gleich, aber Ihr werdet den Effekt spüren, wenn Ihr den Job wechselt. Das Leben kann doch sooooo schön sein. ;-)

Quelle: Spiegel Online

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Kurz vor dem Explodieren - DANCE! :-)

Am 1.Januar.2009 schrieb elmar in Positives, Spass | Keine Kommentare »

WOW!

Vor kurzem habe ich eine lang verschollene und vergessene Platte wieder ausgegraben - “George Duke - A Brazilian Love Affair“. Und nun sitze ich am Neujahrsmorgen auf der Arbeit am Schreibtisch, Dukie im Ohr und bin kurz vor dem Explodieren…

Diese Musik ist dermassen treibend, kraftvoll, Rhythmus pur… wenn das so weiter geht, fange ich gleich an, auf dem Tisch zu tanzen, was für das Dutzend Leute um mich herum zu einiger Verwirrung führen könnte, wenn ihr Chef auf einmal das Tanzbein schwingt.

Auf ihr Liebhaber brasilianischer Musik, schwingt die Hufen und hört mal rein in diese fast 30 Jahre alten Granaten, die einen Grossteil der heutigen nichtssagenden Musikszene zur Nichtigkeit verdammt. Bei diesen Blaesern braucht man keinen Sex mehr. :-P

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Ein Verlust, aber vor allem eine Herausforderung

Am 31.Dezember.2008 schrieb elmar in Mac, PC, Zweifel | Keine Kommentare »

Steve Jobs’ Erscheinung auf der WWDC am 11. Juni 2008 war erst der Anfang. Schon damals machten angesichts eines mageren, kraenklich erscheinenden Jobs Gerüchte über eine Wiedererkrankung die Runde, doch die Mutmassungen verliefen sich in den folgenden Monaten.

Seit Apple Mitte Dezember bekanntgab, dass die Keynote der MacWorld 2009 nicht von Jobs gehalten werden würde, kocht die Gerüchtesuppe umso heftiger.

Gizmodo malte gestern um 12:45 den Teufel an die Wand… es sei alles noch viel schlimmer als angenommen. Dan Frommer zitiert 45 Minuten spaeter in Alleyinsider gegenteilige Stimmen: Alles Blödsinn, Steve Jobs gehe es gut, die Gründe für sein Nicht-Erscheinen liegen ganz woanders.

Wo auch immer das hinführt, es ist einen Gedanken wert, was eine Person wie Steve Jobs für Apple bedeutet und vor allem, was geschieht, wenn sie einmal nicht mehr da ist. Ich meine, wir sollten mit dem Nachdenken darüber frühzeitig anfangen, um gewissermassen gerüstet zu sein, wenn es einmal soweit ist. Gerüchte forcieren bringt nichts ausser Unruhe, aber sich den “Worst Case” und die möglichen Konsequenzen vor Augen zu führen, kann den Schock lindern helfen, wenn es denn eines Tages soweit ist. Dabei geht es mir persönlich vor allem um Gefühle.

Mein Glaube: Jonathan Ive,  Phil Schiller, Bob Mansfield und all die anderen werden den Laden weiter rocken, wenn Steve einmal abtritt, aber sie brauchen dazu vor allem eines - das Vertrauen der Macianer. Und das Bewusstsein, dass wir im Laden nicht Steve kaufen, sondern ein Apple-Produkt, erdacht, entworfen und realisiert von einem Haufen Leute, die nicht spontan mit Steve von dieser Erdkugel verschwinden werden. Wir treffen unsere Entscheidung für oder gegen ein iPhone oder ein MacBook ja nicht aufgrund charismatischer Praesentationen in Cupertino oder San Francisco, sondern weil es einfach gute Produkte sind, die auf dem Markt eine ganz eigene Daseinsberechtigung haben. Dass Apple dazu bisher eine ganz eigene und einzigartige Show gemacht hat, und das ganz ohne schwitzenden Affen, ist ein nettes Goodie, aber nicht der Kern des Erfolgs.

Ich glaube auch nicht, dass die Apple-Konsum-Vibrations mit dem Abgang des CEO plötzlich nachlassen. Was war das doch für ein Gefühl… jahrelang bin ich ganz ohne Apple-Produkte ausgekommen (nachdem ich nach OS 8.5 die Mac-Welt verlassen habe), dann kam 2006 mit dem Intel-Mac Pro das perfekte “All in One” (Mac, Windows, Unix) ins Haus und spaeter Macbook Pro, Mac mini, diverse iPods und ein iPhone dazu. Ich würde mir auch noch einen iMac kaufen und noch mehr iPods, wenn ich das nur irgendwie vor meiner mentalen Finanzverwaltung rechtfertigen könnte. Apple ist sexy, Apple macht Spass, Apple ist einfach geil (mal von unverzeihlichen Glossy- oder Firewire-Fehltritten abgesehen). Natürlich konnte und kann ich auch das Missionieren nicht lassen, habe aber zur Vereinfachung meine Antwort auf die vielgestellte Frage, was denn nun am Mac so toll sei, mal in Form gebracht.

Nein, ich habe keine Angst um Apples Produkte und deren Kraft und Inspiration. Ich fürchte vielmehr das haemische Grinsen der uninspirierten und phantasielosen Mitbewerber, wenn es eines Tages soweit ist. Gerade jene werden den Gerüchten und Gefühlen Nachschub verleihen wollen, dass es mit einem Abgang Steve Jobs’ auch mit Apple bergab geht, gehen muss. Sie werden sich die Finger lecken für dieses “Geschenk”, für das sie selber nichts tun müssen, nachdem sie laengst erkannt haben, dass sie es innovatorisch sowieso kaum mit dem Obst aus Cupertino aufnehmen können. Die Plattitüden von Schweissbacke Ballmer, der ja auch über jenes iPhone herzog, dass inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte wurde, könnten zu viel Substanz bekommen, wenn wir nicht mit all unserer Überzeugung und unserem Vetrauen entgegenhalten.

Es wird eine harte Probe werden, wann immer sie auch kommen wird, und ich hoffe nur, sie wird nicht an den bescheuerten Aktienmaerkten entschieden, wo ja jeder schon rumpienzt, wenn der CEO mal hustet.

Die Apple Community ist eine rasant wachsende Gemeinschaft, was ihr (das hat sie wohl mit der Schwulenbewegung gemeinsam) leider immer nicht gut getan und manche Gruppendynamik eingebracht hat. 10 Leute müssen zusammenhalten, aber 100 spalten sich schon in Grüppchen.

Dem Redmonder Riesen aber können wir nur gemeinsam entgegentreten.

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Pro und Contra Mac

Am 27.Dezember.2008 schrieb elmar in Mac, PC, Positives | Keine Kommentare »

Ich werde immer wieder gefragt, was ich am Mac eigentlich so toll finde. So mancher hat die Frage angesichts meines folgenden stundenlangen Monologs schon bereut, aber auch ich bin mittlerweile zugegebenermassen etwas fauler geworden und daurm habe ich mal zusammengetragen, was mir am Mac alles so (besser als am PC) gefaellt und was ich nicht mag.

Da die Liste sicher noch weiter überarbeitet wird, füge ich sie nicht als Blog ein, sondern als eigenstaendige Seite.

Viel Spass damit.

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Der Tag, an dem die Erde stillstand

Am 26.Dezember.2008 schrieb elmar in Allgemein | Keine Kommentare »

Ein Remake.

Ja, genau, liebe Leutz… Das wissen vermutlich nicht mal mehr die mittelalterlichen unter Euch. Für diesen gerade erschienen Film mit Keanu Nuschel-Reeves gibt es eine fast schon historisch zu nennende Vorlage aus dem Jahr 1951, seinerzeit geregisseuret von Robert Wise. Der, das nur nebenbei, später auch verantwortlich zeichnete für “Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All” (1971) und “Star Trek - Der Film” (1979).

1951 war “The Day The Earth Stood Still” ein inhaltlicher Aussenseiter, einer der wenigen Filme, die sich nicht der üblichen Anti-Roten-Hetze McCarthys anschliessen wollte, sondern stattdessen eine halbe, aber denoch eindrucksvolle pazifistische Nachricht rüberbringen wollte: “Leute, hört auf, Euch zu kloppen, sonst müssen wir Euch plattmachen”. Die Erde war zum Störfall im Universum geworden und Klaatu gekommen, die Menschen vor die Wahl zu stellen: Einsicht oder Untergang.

Natürlich taten die Menschen, was sie immer gerne (in und manchmal auch ausserhalb von Kinofilmen) tun: Paranoid werden, Angst haben, schwere Geschütze auffahren. Was der Bauer nicht kennt, das schlachtet er ab. Klaatu wird verletzt, kommt ins Krankenhaus, aber die Menschen, ignorant und arrogant, verpassen die Chance auf eine wirkliche Kontaktaufnahme. Klaatu haut ab, mischt sich unter die Menschen, wendet sich an die Wissenschaft. Zum Finale (bei dem die Menschheit gerade nochmal mit einem blauen Auge davonkommt) gibt es einen bemerkens- und erinnernswerten Apell Klaatus an die Menschheit, den sich damals all auf ihre Fahnen - ob mit Hammer und Sichel oder Sternen und Streifen - hätten schreiben sollen.

Soweit, so alt. Die Zeiten haben sich gewandelt, die “rote Gefahr” ist (mehr oder weniger) gebannt, andere sind geblieben. Dazu ein neues Feindbild, so herrlich undefiniert, daß es nie wirklich zu besiegen sein wird. Eigentlich eine gute Vorausetzung für Regisseur Scott Derrickson (Derricks Sohn???) und die dahinterstehenden Schreiberlinge, die Geschichte aufzupolieren und den Gegenwarts-Gegebenheiten anzupassen.

Ein Versuch, der leider gründlich in die Hose gegangen ist.

Zuerstmal die Besetzung: Keanu Reeves mag als “Schauspieler” ziehen, wenn der Stoff stark genug ist (siehe Matrix), hier aber ist er dank nicht vorhandenen schauspielerischen Talents vollkommen untergegangen. Die Rolle des Klaatu ist schwierig und differenziert. Er muß den Frieden predigen und fordern, gleichzeitig aber mit dem Schlimmsten drohen, das er der Erde gegenüber aufzubieten imstande ist - der totalen Vernichtung. Diesen Widerspruch heisst es zu “verwalten”, Keanu Reeves hat ihn schlichterweise ignoriert.

Kathy Bates als hilflose Vertreterin der Regierung und John Cleese als “Der Wissenschaftler” sind in ihren Rollen eher unfreiwillig (?) komisch als in irgendeiner Art und Weise passend und angemessen. Alle weiteren Rollen dienen ausschliesslich dazu, im richtigen Moment Signale von Handlung auszusenden, die der Reihe nach aus den üblichen Schubladen gezogen werden: Auftritt des Militärs / Das Böse, das uns vernichten will / Die Wissenschaftlerin, der keiner glaubt / Das unschuldige Kind / Die Vernichtung etc.

So spult der Film ein Klischee nach dem anderen ab und scheut sich nicht, gleich zu Beginn mit Pauken, Trompeten und allerlei Krach Banalitäten im Quadrat aufzufahren: Die Invasion der Aliens, das Militär als Begrüßungskomitee, die Selbstverständlichkeit eines “Unser Land wird angegriffen” inklusive nachfolgendem “Homeland Security Orgasm”. Szenen von der Stange, die man alle schon mal (und besser) woanders gesehen hat. Es bleibt nur das vorübergehende Fazit: Die USA haben den 11. September noch lange nicht verkraftet, im Gegenteil. Perfekt bedient das zementierte Szenario immer und immer wieder Filme und Gesetze.

Dabei haben sie in diesem Fall gar nicht mal so Unrecht, immerhin kommt Klaatu, um die Erde zu vernichten. Aber nicht wegen Öl oder Ankurbelung der eigenen Rüstungsindustrie, sondern, weil die Aliens da draussen genug davon haben, wie wir mit “unserer” Erde umgehen. Resultat der intergalaktischen Abstimmung: Die Menschen vernichten, andere Arten retten (das Arche-Noah-Prinzip) und neu anfangen. Beeindrucken konsequent und logisch. (In der Tat wäre das wohl für die Erde die beste Lösung - Anm. d. Red.).

Verständlicherweise schliessen sich die Menschen dieser Betrachtungsweise nicht unbedingt an, wollen vielmehr weiter- und überleben und beschwören gar, daß sie es schaffen könnten, die Kurve zu kriegen. Dazu zeigen sie ein bisschen, wie sie ihre Kinder lieben und sich gegenseitig und wie mitfühlend sie doch sein können. Dieses “Herumkriegen” Klaatus gehört zum Lächerlichsten und Unglaubwürdigsten, daß filmische “Gib mir noch eine Chance”-Szenarien der letzten Äonen gesehen haben.

Was beim durchschnittlich konditionierten Kinozuschauer tränendrüsendrückmässig funktioniert (jetzt bitte mitleiden, jetzt lachen), sollte einen Alles-Oder-Nichts-Entscheider wie Klaatu doch erstmal professionell unbeeindruckt lassen. Stattdessen endet der Film wie eine Lachnummer genau in dem Moment, wo das bisserl Weinen Erfolg gezeigt hat und die schon laufende (und verdiente) Zerstörungsaktion der Erde durch Klaatu abgebrochen wird.

Hier hätte der Film noch die Chance gehabt, das Desaster der vergangenen 100 Minuten wenigstens ein wenig aufzufangen und ganz im 1951er Sinne abzuschliessen mit einem Apell, einer Rede, einer Besinnung. Stattdessen: Abspann und raus.

Sogar einer der wichtigen Schlüsselszenen des Originals fehlt, in welcher Gort, der Roboter mit den Worten “Klaatu barada nikto” beim Kampf gegen die Menschen gestoppt wird und stattdessen den eigentlich tödlich verletzten Klaatu wiederbelebt.

Das Ende war für mich (neben dem grausligen Anfang) der flachste Moment des ganzen Films: Das Sich-Zufrieden-Geben, das Noch-Mal-Glück-gehabt, die oberflächliche und nichts hinterfragende Erleichterung. Wie das Kind, daß beim Klauen erwischt wird, angesichts der zu erwartenden Strafe erschrickt, heult, verschont wird und schon Minuten später wieder ganz woanders mit seinen Gedanken und Taten ist.

So haben die Menschen wie die Macher des Remakes die grosse Chance verpasst, wirklich etwas mitzunehmen, zu lernen. Sie haben sie ein bisschen erschrecken lassen, nun wird aufgeräumt und dann geht’s ab zu Pizza Hut.

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Mit der Dresdner in die Steinzeit

Am 24.Dezember.2008 schrieb elmar in Ausgekotzt, Dienstleistungspannen, Mac, PC | Keine Kommentare »

Während der Bescherung mit meinen Eltern (die dieses Jahr per Video-Chat vonstatten ging :-)) kam ich mit meiner Mutter auf das Thema Bankkonto und Online-Banking. Sie ist seit ungefähr 872 Jahren Kunde bei der Dresdner Bank, ich schon eine ganze Weile bei der Postbank.

Ich war doch ein wenig überrascht, daß sie für ihr Gehaltskonto bei der DreBa noch Geld bezahlt und will mich per Internet schlau machen. Nachdem ich also mit meinem Mac-Firefox zielsicher www.dresdner-privat.de ansteuere, bekomme ich folgendes Popup:

Sehr geehrter Nutzer,
vielen Dank, dass Sie das Privatkundenportal der Dresdner Bank aufgerufen haben.

Dieser Internetauftritt ist optimiert für den Internet Explorer ab der Version 5.0 sowie Netscape ab der Version 6.0 (ausgenommen NS 6.1). Sollten Sie einen anderen Browser benutzen, können wir die korrekte Darstellung und Funktion unseres Auftritts nicht gewährleisten. Wir empfehlen Ihnen, sollte es zu Fehlfunktionen kommen, eine der oben genannten Browserversionen zu installieren.

Ich kann es erst gar nicht glauben, aber da steht es wirklich… schwarz auf weiss. Eine der Großbanken Deutschlands mit einem sicherlich nicht geringen Bestand an IT-Fachkräften und Web-Machern ignoriert alle Mac- und Firefoxuser! Wie bescheuert und steinzeitlich hinterwäldlerisch ist das denn?

Okay, für die meisten von Euch wahrscheinlich nur eine Kleinigkeit, aber die lieben Firmen und Konzerne dürfen sich halt nicht wundern, wenn sie im Vorgestern stehenbleiben und dann erstaunt den vorbeiziehenden Mitbewerbern hinterherschauen. Das ist zumindest das, was ich der “Beraterbank” (Hahaha) wünsche. Solcherlei Ignoranz und Bevormundung verdient ein glattes “6 - Setzen”, selbst wenn das Portal auf den ersten Anblick

Ich bin jedenfalls mit meiner Online-Postbank mehr als zufrieden. Klappert, geht, funktioniert einfach und das sogar im Firefox. Genau darauf muss ich mich (fern der Heimat und jeder Postbank-Filiale) verlassen können und nicht auf Wischi-Waschi-Aussagen bornierter Bank-ITler.

Danke, Postbank. Zurück in die Steinzeit, Dresdner!

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