Glaubt’s oder glaubt’s nicht!

Am 11.Januar.2012 schrieb elmar in Allgemein 7 Comments »

Warum wird immer wieder über Glauben, über die Bibel und ihre Inhalte diskutiert? Warum werden immer wieder Christen diffamiert? Warum machen viele Christen die Bibel zum Maß aller Dinge für Alle und wollen ihnen vorschreiben, wie sie zu leben haben? Warum denkt eigentlich jeder, er habe die einzig wahre Sicht der Dinge?

Seit gestern geht es ganz gut ab in meiner Timeline, es wird teilweise heftig diskutiert und geschimpft. Einige Leute haben mich dabei mit ihrem Verhalten sehr überrascht, positiv wie negativ. Vor allem aber fiel mir (wieder einmal) auf, wie schnell und gründlich die Beteiligten aneinander vorbeireden, weil sie in ganz verschiedenen Welten und Sichten leben, sich aber kaum oder keine Mühe machen, die des anderen zu verstehen und akzeptieren.

Es gibt für mich eine klare Trennung zwischen der Glaubens- und Meinungsfreiheit an sich und den Inhalten. Ich trete dafür ein, dass jeder frei sagen darf, was er denkt, muss aber trotzdem nicht mit den Inhalten übereinstimmen.  Mit “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden” wird gerade die unbequeme Meinung meines Nachbarn zum Maßstab für meine eigene Toleranz. Nur – und das vergessen viele – gilt dies auch andersherum und genau da liegt der Hund begraben.

Christen wie Atheisten beanspruchen nicht selten Alleingültigkeit ihrer An- und Weltsichten. Während die einen sich auf Wissenschaft und gesunden Menschenverstand berufen und über „Glaube“ milde lächeln oder gar hart lästern, halten die anderen an vor langer Zeit geschriebenen Schriften und einem Sündenkonstrukt fest, mit dem sich Menschen auf der Suche nach Orientierung vortrefflich beruhigen, aber auch kontrollieren lassen. Das alles wäre nicht dramatisch, wenn sich beide Seiten nicht immer wieder das Leben schwer machen würden. Darum mal ein paar direkt Worte an beide Seiten (anschließend Steinigung):

 

Liebe Christen,

ich finde es toll (das sage ich ohne Ironie), dass Ihr etwas gefunden habt, an dem ihr Euer Leben ausrichten wollt, an das Ihr glaubt und das Euch Kraft und Sicherheit gibt, aber bitte kommt runter von dem Gedanken, dass Eure Gesetze, Eure Bibel für alle gilt und Euch das Recht gibt, über Menschen mit anderen Wert- und Lebensvorstellungen anhand dieser Bibel zu urteilen oder gar zu richten. Verschont mich (und andere Nicht-Gläubige) bitte mit der häufigen Überdosis an Überzeugungsversuchen, dann lasse ich euch in Ruhe mit meiner Wissenschaft.

Auch ich glaube an Gesetze und Ethik, sie fußen nur nicht auf einer alten Schrift, sondern auf einer “universellen Ethik”, wie sie vielen (nicht nur gläubigen) Menschen gemein ist. Auch ohne Gebote weiß ich, dass Töten Unrecht ist und der Satz “Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füge keinem anderen zu” funktioniert auch ohne Theologie vortrefflich.

Und… nicht jeder “atheistische Kommentar” über einzelne Christen oder Aktionen ist ein Frontalschlag gegen das gesamte Christentum. So wie die tuntigen Regenbogenvögel eines CSD nicht stellvertretend sind für die Gesamtheit der Schwulen, ist der Jesus-Tanz im Bibel TV auch nicht stellvertretend für alle Christen. Wenn man sich also über Tunten oder Tanz amüsiert, ist das noch kein Erdrutsch, geschweige denn ein Generalangriff auf alle. Und sich selbst in die Opferrolle zu manövrieren bringt niemanden (weder Schwule noch Christen) weiter.

 

Liebe Atheisten,

als “Einer von Euch” kann ich verstehen, wenn ihr sauer seid über diverse Aktionen und Ansichten streng religiös denkender Menschen. Lese ich Äußerungen wie die des Papstes über die Homo-Ehe, gehe ich an die Decke. Denoch erwarte ich von Euch und mir eine klare Differenzierung. Wenn wir Toleranz und Akzeptanz von anderen erwarten, müssen wir sie auch selbst anderen zukommen lassen. Viele Angriffe und Formulierungen sind nur noch pauschal verletzend und schießen weit über das Ziel hinaus. Wir treffen damit nicht nur jene, gegen deren Einfluss und Schaden wir uns wehren wollen (und sollten), sondern auch all jene Gläubigen, die einfach nur ihren Glauben leben, ohne dabei anderen Menschen zu schaden. Und diese verdienen unseren Respekt wieder jeder andere auch. Ganz davon abgesehen machen wir uns einfach nur unglaubwürdig.

Äußerungen wie “Wie kann man nur an so ein Scheiß glauben” oder “Drauf geschissen, was in der Bibel steht” sind unterstes Niveau und fallen vor allem auf denjenigen zurück, der sie von sich gegeben hat. Wenn Euch Bibel, Glaube, Gebete und Gebote abstrus erscheinen, was soll’s? Solange (und darin liegt der Kern) sie niemandem anderen schaden, dürfen wir Glauben genauso wenig verurteilen wie andere unseren Nicht-Glauben, selbst, wenn wir ihn weder verstehen noch nachvollziehen können. Erst da, wo es “gefährlich” wird, ist Gegenwehr angesagt, aber auch dann mit der oben beschriebenen Differenzierung.

Ich habe Christen kennengelernt, die toleranter sind als so mancher Atheist und eine kleinstädtische evangelische Kirchengemeinde, die einen offen schwul lebenden jungen Mann zum Pastor ihrer Gemeinde gewählt hat, wonach dieser dann mitsamt Lebenspartner ins Pfarrhaus einzog.

 

Fazit:

Wenn jemand meine Lebensweise bedroht oder so fundamental in Frage stellt, dass daraus für mich Nachteile erwachsen können, wehre ich mich. Die Gefahr, dabei über’s Ziel hinauszuschießen und zu pauschalisieren, ist groß, trotzdem muss ich genau das vermeiden, wenn ich es von anderen erwarte. Ich bin der Meinung, dass Gläubige und Atheisten sehr wohl nebeneinander und miteinander existieren können, wenn beide Seiten es lernen, die “andere Seite” so zu akzeptieren, wie sie ist, ohne sie beeinflussen zu wollen oder ihr zu schaden. In der Praxis gibt es auf beiden Seiten leider noch viele, die das nicht sehen, sondern einseitig draufhauen und selbst mir passiert das hin und wieder. Wenn wir aber wachen Auges sind und auch mal einen “ersten Schritt” tun, kann es letzten Endes für alle nur besser werden.

Es braucht immer einen ersten Schritt. Von jedem.

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Bleib Du selbst… aber wer ist das?

Am 27.Dezember.2011 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft 3 Comments »

Eben las ich folgenden Tweet:

Meine erste Reaktion war Zustimmung. Ja, Recht hat er, man sollte nicht einfach andere nachmachen, sondern “man selbst” sein und bleiben. Etwas, dass einem von vielen Seiten suggeriert wird: “Man selbst” sein, authentisch, natürlich, gerade heraus. Aber dann stockte ich… Gerade heute unterhielt ich mich mit einem Freund darüber, wie schnell mein Bild von mir und das meiner Mitmenschen auseinanderdriften kann. Wie aber kann ich dann noch sicher sein, was “Ich selbst” bedeutet, wer legt das fest? Ich? Meine unmittelbaren Mitmenschen? Die Mehrheit?

Nehmen wir mal an, ich sei ein Modeignorant. Ziehe gerade an, was mir passt, ohne mir viel Gedanken darüber zu machen, ob das “zusammenpasst” oder anderen gefällt. Doch es läuft nicht so gut in meinem Leben, ich bin unzufrieden, auch mit mir selbst. Dann, aus Neugier und dem Gefühl, ich müsste mal was ändern, fange ich an, zu experimentieren. Ich probiere andere Klamotten, einen anderen “Style”. Und es macht mir Spaß, ich fühle mich wohler, ich finde etwas, mit dem ich mich identifizieren kann, vielleicht ein frischer Wechsel, vielleicht etwas, von dem ich das Gefühl habe, dass es mehr mir selbst entspricht als das, was ich vorher getragen habe. Meine Freunde aber wundern sich, warum ich nicht mehr in meinen alten Klamotten rumlaufe, sondern plötzlich aussehe wie einer von denen, über die sie sonst immer gelästert haben. Sie fragen sich, was mit mir passiert ist, warum ich mich so verändert habe, warum ich ihnen so fremd geworden bin.

Aber bin ich das wirklich?

Während ich das Gefühl habe, dass ich eigentlich noch derselbe bin wie vorher (nur, dass ich jetzt etwas gefunden habe, in dem ich mich wohler fühle), stecken meine Freund mich in eine Schublade, machen ein Schild drauf und – Rumms – schieben mich in die Der-gehört-nicht-mehr-zu-uns-Ecke ab. Weil ich nicht mehr “Ich selbst” sei, weil ich andere kopiere, weil sie sich mit mir (genauer: meinem Aussehen) nicht mehr identifizieren können.

Das war zwar ein einfaches Beispiel, aber es zeigt bereits, wie “Ich selbst” nicht nur Wandelungen unterworfen, sondern aus verschiedenen Perspektiven auch ganz unterschiedlich definiert sein kann. Während ich im obigen Beispiel das Gefühl habe, die ganze Zeit ich selbst zu bleiben oder aufgrund höherer Zufriedenheit noch mehr ich selbst zu werden, sehen die anderen eine unangenehme und befremdliche Wandlung. Sie erlauben mir die Veränderung nicht, weil ich mich von dem entferne und das infrage stelle, das sie als Identität in der Gruppe definiert und angenommen haben. Du gehörst zu uns, weil du so und so bist. Aber das setzt auch voraus, das du so bleibst, sonst hast du hier nix mehr zu suchen.

Wer also hat recht? Ich, trotz der Wandlung, oder die Gruppe, weil sie auf Kontinuität und Verlässlichkeit besteht?

Nehmen wir ein anderes, krasseres Beispiel, nehmen wir einen Neonazi und strapazieren mal das Klischee ein wenig. Aufgewachsen in einer “strukturarmen” Gegend mit hoher Arbeitslosigkeit und wenig Geld, war er schon immer der Meinung, dass die wenigen Arbeitsplätze den Deutschen vorbehalten sein sollten und überhaupt “die Ausländer an allem schuld sind”. Meine Reaktion darauf: Au weia, so einfach machst du es Dir, das kann doch nicht sein, mach doch mal die Augen auf über die wirklichen Machtverhältnisse und Gründe für Deine Situation etc. Ich möchte ihn überzeugen, verändern, erleuchten… aber was tue ich damit wirklich?

Ich weiß, diese Sichtweise ist provokativ, aber wenn wir die Ausgangslage betrachten, ist der Neonazi in seinem Tun und Handeln vielleicht mehr “er selbst” als wenn ihn jemand plötzlich zu einem Alternativen oder einem Sozialisten machen wollte. Der Unterschied ist klar… während wir im ersten Beispiel noch von der Identität einer kleinen Gruppe sprachen, bekommt es nun plötzlich eine politische, eine übergeordnete Dimension. Doch trotz des Unterschiedes bleibt die Frage gleich, wer denn eigentlich definiert, was “Man selbst” ist. Ich denke  mal, dass die meisten den Homosexuellen ihr Schwul- oder Lesbischsein als Teil “ihrer selbst” zugestehen, bei Neonazis ist das Gegenteil der Fall. Beides ist aus meiner ganz persönlichen Sicht gut so, aber wenn es schon so schwer ist, “Ich selbst” im Sinne von Authentizität zu definieren und anzuerkennen, dann sollten wir mit Aussagen wie “Bleib du selbst” eher vorsichtig sein.

Es geht eben nicht darum, ein “Ich” in Stein zu meißeln und nie mehr zu ändern. Manchmal brauchen Menschen diese Änderung geradezu, manchmal ist sie politisch gesehen sinnvoll, manchmal ergibt sie sich einfach von selbst, weil Leute neue Dinge, neue Menschen kennenlernen, die sie faszinieren, sie fesseln und sie beschäftigen. Und es ist nicht zwangläufig ein Zeichen von Kopieren, wenn man sich aus diesen neuen Ideen und Einflüssen etwas heraussucht, das einem gefällt und zum Teil von sich selbst macht. Jedem steht frei, sich selbst zu “modellieren” und sogar zu widersprechen. Sollen doch die anderen den Knoten wieder aufdröseln, wenn sie das unbedingt wollen. Oder der Dynamik schlicht und einfach folgen, weil sie erkennen, dass sie widerum auch für sich neue Impluse bekommen können.

Klar, Menschen brauchen Vertrautheit, etwas, das sie kennen und zu dem sie zurückkehren und sich “daheim” fühlen können. Aber sie sollten sich und anderen nicht die Chance nehmen, sich weiterzuentwickeln. Ob man (zufällig oder absichtlich) dabei jemand anderen kopiert, ist nebensächlich, solange man mit Herz und Überzeugung dabei ist, niemandem schadet und weiterhin das lebt, was die ganze Dynamik zwischen uns überhaupt erst möglich macht: Offenheit und Toleranz.

Bleib Du selbst, aber habe keine Scheu davor, dich genau dabei jederzeit weiterzuentwicklen und immer wieder neu zu erfinden.

 

(Inspirationen neben dem Tweet: Der Film “Der Teufel trägt Prada”, den ich gestern sah, sowie die vor laaanger Zeit gelesenen Bücher “Stiller” und “Mein Name sei Gantenbein” von Max Frisch.)

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Der Nordwestbahn-Countdown läuft

Am 2.Oktober.2011 schrieb elmar in Allgemein Keine Kommentare »

Am 20. Oktober wird die neue Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens offiziell ihren Betrieb aufnehmen. An diesem Tag werden allerdings noch keine Flugzeuge landen, das erste wird am 21.10. gegen 14:30 Uhr mit Kanzlerin Merkel an Bord eintreffen, welche dann die Nordwestbahn einweihen wird.

Ich bin heute um das komplette Landbahngelände geradelt, was ebenso bequem wie nah möglich ist. Vorausgesetzt, es gibt keine Änderungen mehr an der Wegführung, eröffnen sich damit eine Reihe neuer und sehr interessanter Spots, um den Flugzeugen beim Landen zuzuschauen und faszinierende Fotos zu machen. Gespannt bin ich aber auch von den “akustischen Folgen” der Inbetriebnahme, liegt meine Wohnung doch gerade mal 500 Meter von der Bahn entfernt. Dank der Lage quer zur Flugrichtung und guter Fenster mache ich mir da aber nur wenig Sorgen. Und schließlich habe ich dann ein paar schöne Aussichtspunkte für Besuch und Planespotter direkt vor der Haustür. ;)

Weitere Infos:

Und jetzt noch ein paar Bilder, die ich auf der heutigen Radtour gemacht habe.

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Eifersucht und die Folgen.

Am 16.September.2011 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft, Inneres, Zweifel 2 Comments »

Eben gerade sah ich die 7. Folge aus der 3. Staffel von „The Big Bang Theory“ (TBBT), eine für die Serie ungewöhnlich ernste, hintergründige und für mich sehr anstrengende Folge, in der dauernd gestritten und geschrien wird. Kern des Plots ist ein Streit aufgrund Lennarts Eifersucht, weil Penny (seine Freundin) einen alten Freund bei sich auf dem Sofa übernachten lassen will. Sheldon, Lennarts Mitbewohner und ein Nerd mit Asperger-Syndrom, wird durch diesen Streit in seine Kindheit zurückgeworfen. Er flüchtet vor den Auseinandersetzungen bis hin zum Rückzug vor der Realität, indem er sich wieder wie damals als Kind fühlt und reagiert.

Eifersucht ist aus meiner Sicht mit das fieseste und hinterhältigste Gefühl, dass in einer Beziehung auftauchen kann. Es baut oft nur auf Verdacht und Vermutungen auf, die daraus folgenden Ängste und Besitzansprüche werden aber als so real empfunden, dass sie heftige und heftigste Reaktionen auslösen. Quasi aus dem Nichts kann die Eifersucht eine Freundschaft, Beziehung oder Ehe in ihren Grundfesten erschüttern und es ist sehr schwer, die tief sitzenden Gefühle mit rationalen Argumenten oder Vertrauen wieder in den Griff zu kriegen.

Ich hasse es, einer Eifersuchtsszene beizuwohnen, ja, schon das Anschauen in Film oder Fernsehen bereitet mir Probleme, weil ich mich dauernd frage, was soll das, warum tun die das eigentlich, wieso machen die sich das Leben selber so schwer. So war es auch in der TBBT-Folge, stellvertretend für mein eigenes Unwohlsein traf es Sheldon, der während der heftigen Streits an seine Kindheit erinnert wurde, wobei die Szenerie eine neue Dimension bekam.

Es ging nicht mehr nur um die Frage, warum Paare sich das Leben selber so schwer machen, sondern was sie damit ihren Kindern antun. Jenen, die das Drama hautnah mitbekommen, oft nicht verstehen, was eigentlich passiert ist und schliesslich auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung von beiden Elternteilen vereinnahmt und manipuliert werden, damit sie sich auch ja auf deren Seite schlagen.

In der letzten Steigerung, dem Extremfall der Scheidung, wissen die Parteien oft selbst nicht mehr, warum sie eigentlich streiten und was dazu geführt hat, dass eine einst so gut funktionierende Beziehung und große Liebe mit der Zeit dermaßen in die Brüche gegangen ist.

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Liebe Eltern, habt ihr Euch eigentlich einmal Gedanken gemacht, was ihr Euren Kindern damit antut? Was in ihnen vorgeht, wenn beide Elternteile an ihnen zerren, auf die eigene Seite holen wollen und den Partner Stück für Stück demontieren? Vermutlich nicht, weil ihr mit Euren Gefühlen und Streitereien selber viel zu beschäftigt seid, weil sich der Krieg so verselbständigt hat, dass ihr schon routinemäßig aufeinander einschlagt und „Colateralschäden“ gar nicht mehr wahrnehmt.

Das Schlimme an heftigen Erdbeben – geht man nach den Zeugenbeschreibungen – ist der fundamentale Zusammenbruch dessen, auf das wir uns normalerweise blind verlassen: Ein fester Boden unter den Füßen. Bei Feuer oder Wasser gibt es wenigstens noch eine Hoffnung, eine Idee, wohin man sich retten kann. Bei einem Erdbeben wackelt alles um dich herum, bricht zusammen und es gibt nichts mehr, an dem du dich festhalten kannst. So ungefähr stelle ich es mir vor, wenn sich Vater und Mutter, die beiden Menschen, an denen man sich als Kind orientiert, festhält, Geborgenheit findet, gegenseitig demontieren und in Grund und Boden stampfen. Du hast nichts mehr in Deiner Familie, an dem du dich festhalten kannst (außer, du hast gerade in diesem Moment das Glück, Geschwister zu haben, die das schaffen).

Es macht mich traurig und wütend, wenn ich Menschen erlebe, die genau dies mitmachen, die zwischen zerstrittenen Eltern stehen, die Scheidung oft schon vollzogen, und nun leben sie bei einem der beiden Elternteile, im schlimmsten Fall da, wo sie gar nicht hinwollten.

Es ist einfach zu sagen, man könne über alles reden (auch, wenn es immer wieder stimmt), aber mit der Eifersucht schleicht sich ein „Kriegsgrund“ in eine ansonsten gut funktionierende Beziehung, der aufgerissene Gräben oft erst dann erkennen lässt, wenn es schon zu spät ist.

Was kann man dagegen tun? Vertrauen? Klar, das ist wohl das beste Mittel gegen Eifersucht, es steht dieser sogar komplett diametral (oder wie immer das heißt) entgegen. Wo Vertrauen herrscht, kann Eifersucht (theoretisch) gar nicht erst aufkommen. Aber Vertrauen kommt nicht von ungefähr, es will erworben, gehegt und gepflegt werden. Vor allem aber ist eines wichtig: Offen miteinander reden, ehrlich sein, Unzufriedenheiten und Missverständnisse angehen, bevor sie größeren Schaden oder Narben anrichten können. Dann ist es doch eigentlich gar nicht so schwer, ohne fundamental destruktive Streits durch das Leben und eine Beziehung zu gehen. Und die Kinder haben auch was davon.

Ein Traum? Ja, aber ein realisierbarer. Wenn ihr alle Augen und Herz ein bisschen öffnet und daran denkt, was Euer Verhalten bei Euch selbst, aber vor allem auch den anderen auslöst. Dann klappt das mit dem Haus am See und der besseren Welt.

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Was ist besser, Optimismus oder Pessimismus?

Am 12.September.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Vermutlich haben die meisten von Euch darauf ein schnelle Antwort und vermutlich werden viele spontan “Optimismus” sagen, weil sie damit positive Gefühle verbinden, Freude, Lachen, Spaß am Leben. Dabei ist Optimismus nur eine weitere Höhe, aus der man fallen kann, sagen die Pessmisten. Weil sowieso alles den Bach runtergeht, jeder irgendwann stirbt, jede Beziehung eines Tages auseinanderbricht und jeder Schokoriegel einmal aufgegessen ist. Ist es also nicht viel praktischer, gleich mit dem Schlimmsten zu rechnen, damit man – wenn es soweit ist – nicht mehr überrascht und runtergezogen werden kann?

Es gibt ein ebenso passendes wie irreführendes Wort dafür: Zweckpessimismus. Man hört auf, an das Gute zu glauben und erwartet schonmal vorsorglich, bei nächster Gelegenheit auf die Schnauze zu fallen. Diese Einstellung ist aus zweierlei Gründen praktisch: Einmal, weil man, wie gesagt, nicht mehr überrascht werden, sondern stattdessen allseits verkünden kann, man habe es ja sowieso kommen sehen und andererseits, weil eine negative Erwartungshaltung die allerbeste Grundlage dafür legt, dass der “Fall” (im doppelten Wortsinn) auch tatsächlich eintritt.

Das Schöne am Zweckpessimismus ist, dass er sich nie täuscht. Sollte wider Erwarten doch mal etwas gut ausgehen, kann man diese freche Abweichung gleich als böse Täuschung des Schicksals abtun, die einen nur in falscher Sicherheit wiegen soll, um hinterher noch härter zu fallen. Mit diesem wunderbaren Trick wird selbst tatsächlich Gutes zum potenziell Schlechten und reiht sich ein in die Schlange selbsterfüllender Prophezeiungen, mit der das Leben sozusagen wie von selbst funktioniert und über die sich trefflich klagen läßt. Das bringt Aufmerksamkeit, eine Weile Mitleid (bis die Mitleidgeber ge-lang-weilt aufgeben) und jede Menge Selbstbestätigung.

Was dagegen hat der Optimist?

Auch er hat das “Recht” auf negative Erfahrungen, die ihn – wenn er nicht gerade unter Psychopharmaka oder anderen Weltverschönerungsdrogen steht – von Zeit zu Zeit heimsuchen werden. Er wird leiden, heulen, zweifeln und dabei vielleicht ein tieferes Tal durchschreiten, als der Pessimist. Aber er wird wieder aufstehen, den Dreck von der Kleidung wischen und sich fragen, was da eigentlich gerade passiert ist, was ihm warum widerfahren ist und wie er für’s nächste Mal daraus lernen kann. Mit dieser Erfahrung gewappnet kann er sich wieder den schönen Dingen widmen (deren Existenz von den Pessimisten gerne vehement bestritten wird), kann sich an kleinen Dingen erfreuen, einem Gefühl, einer Überraschung, einem Lächeln, einem Stück Schokolade, dem Duft von Pizza und Flieder oder der Pünktlichkeit von ICEs (die mitunter nicht nur von Pessimisten bezweifelt wird).

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So einfach und konsequent das Leiden für den Pessimisten funktioniert, wird für den Optimisten die Freude eine Selbstverständlichkeit, ein Auftrieb, der den Segelflug positiver Gedanken und Gefühle verlängert, wenn nicht sogar erst ermöglicht. Dabei ist es mit dem Optimistenflug wie mit jedem anderen Flug… er ist irgendwann einmal zu Ende. Für konstant gute Erfahrungen ist unsere Welt nicht gemacht, dazu gibt es einfach zu viele beeinflussende und herunterholende Faktoren. So erwischt es auch den besten, trainiertesten und durchhaltewollensten Optimisten einmal und es geht wieder abwärts. Wie heftig er landet, hängt davon ab, wie schnell er umschalten, die Situation erkennen und sich auf den Touchdown einstellen kann.

Genau hier zeigt sich die Kunst des (Über-)Lebens. Ein schmaler Grat öffnet sich, in dem Optimist und Pessimist sich treffen und im Realisten vereinigen. In der Person, die gelernt hat, zu fliegen, zu vertrauen, keine Angst zu haben vor Höhe, die aber auch erkennt, wenn die Aufwinde nachlassen, Strömungsabriss naht und es Zeit wird, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Heil auf dem Boden angekommen, bleibt genug Zeit und Gelegenheit, das eben Erlebte Revue passieren zu lassen, sich nochmal daran zu erfreuen und zu wissen, dass man gewappnet und bereit ist für den nächsten Flug, Körper und Geist aber auch eine Pause brauchen und etwas Gutes nur dann Gut bleibt, wenn auch das Schlechte, Alltag, Pflicht, Auseinandersetzungen, ihren Platz bekommen und bewältigt werden.

Hätten wir an jedem Tag Wochenende, wären diese nichts Besonderes mehr, bewahren wir uns aber die gute Erinnerung an ein ebensolches und können uns auf das nächste vorfreuen, packen wir auch die Woche dazwischen mit Links. Das genau macht den Unterschied zwischen dem Pessimisten und dem Optimisten. Der Pessimist hangelt sich von einer schlechten Arbeitswoche zur nächsten und wird schon am Freitag abend mit Gram auf den nahenden nächsten Montag schauen. Der Optimist geht mit dem guten Gefühl des Erlebten in die Woche, teilt dieses mit anderen und kann sich schon unter der Woche auf das nächste Wochenende freuen, das mit jedem Tag näherrückt.

Vielleicht aber sind der Pessimist und der Optimist schon zu besagtem Realisten verschmolzen, der sich einfach jeder momentanen Situation stellt und das Beste daraus macht. Nicht mehr, und nicht weniger. Der weiß, dass er irgendwann sterben wird. Dass die Beziehung irgendwann in die Brüche geht. Dass irgendein Schokoriegel irgendwann gegessen sein wird. Den das aber nicht kümmert, weil irgendwann eben irgendwann ist und nicht jetzt. Der lieber einen tiefen Zug Leben in sich aufsaugt, für seinen Partner und seine Freunden da ist und der genau weiß, dass “Nach dem Schokoriegel vor dem Schokoriegel” ist.

Ein “schlauer” Mensch sagte einmal, “Ein Pessimist ist ein Optimist mit mehr Erfahrung”.

Das gilt auch umgekehrt. Wenn der Pessimist es zulässt.

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Liebe Eltern! (oder: Über meinen Kontakt zu Jüngeren im Internet)

Am 28.Juni.2011 schrieb elmar in Allgemein, Freundschaft(en), Gesellschaft, Twitter, Unterwegs, Zeitgeist 14 Comments »

Sie haben sich bestimmt schon einmal Gedanken gemacht, wie sie sich beim Thema Internet verhalten sollten, was sie erlauben können und wo Einschränkungen und ein wachsames Auge angebracht sind. Die „alten“ Medien wie Fernsehen, Zeitungen und Bücher versuchen zu helfen, aufzuklären und zu unterstützen, pflegen aber auch, wie mancher TV-Privatsender, gerne eine quotenfreundliche Sensationsberichterstattung, die der Realität nur bedingt gerecht wird.

Fakt ist: Wer als Jugendlicher im Internet unterwegs ist, sollte ein paar wichtige Sicherheitsregeln beachten und Eltern tun gut daran, auch mal zu schauen, was die „lieben Kleinen“ so treiben. Auf der anderen Seite sind Jugendliche, gerade weil sie so selbstverständlich mit den Medien Computer und Internet aufwachsen, durchaus routinierter und umsichtiger als viele Eltern denken. Die zunehmende Vernetzung führt dabei auch zu einem Um- und Neudenken des Begriffs „Privatsphäre“, bei dem die Grundstücksmauern früherer Generationen einem Miteinander und einer Offenheit weichen, welche Eltern und Ältere oft erschreckt. Doch gerade diese Offenheit und der rasante Austausch untereinander sorgen auch dafür, dass „dunkle Gestalten“ schnell auffliegen und kritisch beobachtet werden. Daneben aber ermöglichen soziale Medien wie Twitter aber auch einen „gesunden“ Kontakt und Austausch zwischen Generationen und Menschen, die sich im realen Leben vermutlich nie kennengelernt hätten.

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Auf Twitter-Reise zu Erkenntnissen. Aus Gründen.

Am 29.April.2011 schrieb elmar in Allgemein, Draussen, Kirche, Positives, Unterwegs 4 Comments »

Eine Woche bin ich jetzt auf Reisen, habe tolle Leute getroffen, tolle Städte gesehen und tolle Gespräche geführt. Ich habe (obwohl  ziemlich atheistisch angehaucht) einen schönen Ostergottesdienst besucht und eine Hafenrundfahrt gemacht, einiges über das Angeln erfahren, war im Moor und einem doppelstöckigen Bahnhof, bin mit dem Bummelzug und guter Gesellschaft quer durch Schleswig-Holstein gefahren und habe mir mit anderen im Mecces eine Blasrohrschlacht geliefert.

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All das wäre wohl in dieser Form ohne Twitter nicht passiert, denn die Leute, die ich auf dieser Reise treffe, haben allesamt direkt oder indirekt mit Twitter zu tun. Das bringt mich zur ersten Erkenntnis: Wenn ich möchte, dass sich in meinem Leben etwas tut, muss ich die Initiative zu ergreifen, anstatt zu Hause sitzend auf ein Wunder zu warten. Muss auch mal ein “Wagnis” eingehen und wie letztes Wochenende die Familie von Maik und Tim besuchen, die ich vorher (bis auf die beiden) kaum kannte, bei der ich dann aber drei richtig tolle und inspirierende Tage erlebte. Muss auch mal Vorurteilen und Mißtrauen widerstehen, um schliesslich Türen zu öffnen, die man vielleicht vorher so nicht für möglich gehalten hätte.

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Die zweite Erkenntnis: Neugier ist optimalerweise bidirektional. Offenheit suchen und geben, sich Leuten mitteilen, ihre Fragen beantworten, aber auch selber stellen und bereit sein für Neues. Scheuklappen sind gut, um Pferden manchen Schreck dieser Welt zu ersparen, bei Menschen führen sie eher zu geistiger Verarmung und despirativen Mangelerscheinungen. Und man darf auch bei anderen ruhig mal Erwartungen durchkreuzen oder andere Seiten zeigen.

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Und schliesslich die dritte Erkenntnis: Ich werde nicht mehr versuchen, mich Nicht-Twitterern gegenüber wegen der Dynamik und Begeisterung, die ich mit und durch Twitter erlebe, zu rechtfertigen oder zu erklären. Es funktioniert einfach nicht. Wer Interesse zeigt, dem erkläre ich das “Prinzip Twitter” gerne (sofern man überhaupt von einem solchen sprechen kann), aber wer mit der Arroganz vorinternetlicher Maßstäbe an das Thema herangeht, soll gerne weiter beim TV-Abendprogramm verweilenund 0137er-Abstimmungen für ein Maximum an Interaktiviät halten.

Fabio, den ich heute in Kiel traf, schrieb nach unserem Treffen später in Twitter “Einen Tag erlebt, den ich so schnell nicht vergessen werde. :) ”. Für mich ist eher noch “Eine Woche, an die ich noch lange und gerne denken werde”, weil sie mir viele neue Eindrücke, Aktionen und vor allem Gespräche gebracht hat und ein weiterer Beweis dafür ist, daß man mit offenem Geist und Herz einfach mehr sieht und erlebt.

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Neues von #TwosternOB

Am 22.April.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Im letzten Blogpost hab ich ja schon geschrieben, was Euch am Ostersamstag im Centro Oberhausen erwartet. Heute haben wir (@marhei, @JayDee2202 und @PattaFeuFeu und ich) die „Location“ erkundigt und geschaut, was Euch morgen alles erwartet. Über den Starbucks ist ja nicht mehr viel zu sagen, davon abgesehen ist dieser morgen auch nur „Warm Up“-Station. Um 13 Uhr geht es wie schon angekündigt weiter zum Eiscafe Promenade.

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TwosternOB am 23. April im Centro

Am 19.April.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Einige von Euch, die diese Zeilen lesen, haben es vielleicht schon auf Twitter gelesen oder sich sogar bei Twtvite eingetragen. Am 23. April gibt es mal wieder ein Twitterertreffen im Centro Oberhausen. Für Euch alle, ob ihr nun bereits vorhabt zu kommen, oder noch überlegt, hier mal der aktuelle “Status”.

Derzeit haben ca. 25 Leute zugesagt plus weitere 7 “Maybes”. Wie auf Twtvite angekündigt, werden wir uns zuerst ab 11 Uhr im Starbucks in der Oase treffen. Ich werde schon so gegen 10 Uhr da sein, wer also noch früher kommen und helfen will, Plätze freizuhalten, nur zu. :) Ein Besuch im Kult-Bucks darf ja bei keinem Twitterertreffen fehlen, das liegt ausser an den Getränke-Kreationen vor allem auch am kostenlosen WLAN.

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Gewehre und das Internet

Am 17.April.2011 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft, Zeitgeist 3 Comments »

Brauchen wir Gewehre?

Ich vermute mal, dass die meisten von uns nicht persönlich jagen gehen, sie ziehen die bequemere Fleischtheke oder das Selbstbedienungsregal im Supermarkt vor. Und doch gab und gibt es viele Menschen, die mit Hilfe von Gewehren ihren Speiseplan um allerlei Fleischliches bereichern. Aber werden Gewehre nicht auch verwendet, um andere Menschen zu verletzen, gar zu töten? Unbestritten, das Gewehr hat, wie das Messer auch, seine zwei Seiten. Und je nachdem, von welcher dieser Seiten man das Thema beleuchtet, erscheint es als Bedrohung oder Segen.

Der thematisch Sprung hin zum Internet ist an dieser Stelle vielleicht gewagt, aber nicht unmöglich. Fragt man Leute nach ihren Assoziationen zu „dem Internet“, hört man von „gefährlich“ bis „praktisch“ die unterschiedichsten Meinungen und Argumente. Nicht immer, aber oft, läßt sich von der Art der Antwort schon auf eine bestimmte Art der Internetnutzung schliessen. So wird jemand, der kaum per Mail, Web oder in sozialen Netzen unterwegs ist, vielleicht eher die negativen Seiten wahrnehmen, während ein intensiver Nutzer die Vorzüge anpreist, ohne die er oder sie gar nicht mehr auskommen möchte.

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Von der Leidensdogmatik

Am 19.März.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Derzeit wird die Welt gebeutelt. Klima, Kriege und Katastrophen halten die Menschen in Atem und es fällt schwer, zwischendurch mal Luft zu schnappen angesichts immer neuer Schreckensmeldungen. Selbst Leute, die sich sonst nicht grün sind, einigt das Mitgefühl für Katastrophenopfer wie in Japan oder die Freude über einen poltischen Umschwung wie in Ägypten. Die Welt gibt die Headlines vor. Ein einig Volk von Leidern? Nicht ganz. Denn Leiden ist letztendlich immer persönlich und subjektiv und gehorcht ganz eigenen Maßstäben. Etwas, daß die Leidensdogmatiker nicht gerne sehen, zumindest, wenn es ihren eigenen gerade gültigen Richtlinien widerspricht.

Fall heute: Die Meldung vom Tode des Eisbären Knut macht die Runde. Und es passiert genau das, was passieren mußte. Ein Teil der Menschheit (hier mal repräsentiert in Form eines Teils meiner Twitter-Timeline) trauert um Knut, der andere Teil findet das lächerlich und proklamiert, daß es doch wahrhaft Wichtigeres gäbe als einen toten Eisbären, gefolgt von kleinen, aber gezielten ironischen oder sarkastischen Seitenhieben.

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Klein, aber fein

Am 20.Februar.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Sonntag morgen. 7 Uhr aufwachen, die schrägen Träume rotieren langsam aus. Im Halbschlaf plane ich, umzuräumen, mein Zimmer, meine Followings, mein Leben. Letzteres wird erstmal gestrichen, zu früh für Pathos.

Eine Handvoll verlesener Tweeples halten müde meine Timeline am Leben, da flattert ein Tweet herein: “TyrolVideo You’d like to see the best video of all time? I have to disappoint you, it’s just my new video:  http://youtu.be/HQnnl2oUuYo”. Ich klicke, schaue, staune. Was für eine Idee… Ganz davon abgesehen, dass ich das gespielte Lied liebe (ich verrate den Titel hier nicht, kommt selber drauf).

Neugierig geworden, klicke ich weiter und entdecke ein kleines Juwel nach dem anderen. Ideen, auf die man erstmal kommen muß und die – obwohl der zugrunde liegende Gedanke bald klar wird – immer wieder überraschen. Ein paar der Videos füge ich hier ein, aber am schönsten ist natürlich, wenn ihr selber auf Entdeckungstour geht. Ich wünsche Euch schon jetzt viel Spaß dabei.

Schöne Hommage an den Shuffle. Tolle Musik dazu.

Gutes Beispiel für den typischen “TyrolVideo-Effekt”. Erst fragt man sich, was das soll, dann schaut man nochmal hin und schliesslich kommt das grosse “Ahhhh”.

Quelle: http://www.youtube.com/user/TyrolVideoStudios

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Die Stadt der Blinden – Ein Endzeitdrama

Am 30.Januar.2011 schrieb elmar in Allgemein 1 Comment »

Was ist so reizvoll an Endzeitfilmen? Ist es die Konfrontation mit unseren Urängsten vor Untergang und Vernichtung? Die beklemmenden Szenarien von Zerstörung, Naturgewalten und Aussichtslosigkeit? Oder das Ende von Moral und gesellschaftlichen Regeln, der brutale Kampf um Macht, Besitz und – nicht zuletzt – das Überleben?

“Die Stadt der Blinden” (Originaltitel: Blindness) ist ein 2008 erschienener Endzeitfilm, in dem in einer ungenannten Stadt plötzlich und ohne nachvollziehbaren Grund viele Menschen erblinden. Aus Angst vor Verbreitung einer vermeintlichen Seuche sperrt die Regierung sie in eine verlassene psychatrische Anstalt und überläßt sie dort sich selbst, streng bewacht von Soldaten, die jeden töten, der zu fliehen versucht. Mit der zunehmenden Anzahl der Internierten verschlechtern sich auch Versorgung und hygienische Situation zunehmend, es kommt zu immer mehr Gewaltausbrüchen. Schliesslich reisst eine Gruppe die Kontrolle der Nahrungsmittelvorräte an damit die Macht in der Anstalt an sich, die letzten Anzeichen von Zivilisation verschwinden in Gewalt und sexuellem Mißbrauch. Den Rest des Beitrags anzeigen »

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Twitter und das Erdbeben

Am 29.Juni.2010 schrieb elmar in Allgemein 4 Comments »

Obwohl seit fast zwei Jahren in Twitter angemeldet, habe ich erst vor ein paar Monaten angefangen, “richtig” zu twittern und fleissig anderen Leuten zu folgen. Schnell habe ich Leute kennengelernt, mit denen ich mich inzwischen täglich und nicht nur über Twitter austausche. Wir reden über Fotografie, spielen Carcassonne und fülosofieren, was das Zeuch hält. Ein faszinierendes Konzept von “Social Networking”, welches auch Firmen und Spammer langsam für sich entdecken.

Diese Nacht, in der ich zufälliger- und glücklicherweise gearbeitet habe, zeigte sich mir Twitter noch von ein einer anderen Seite. Einer, die ich bisher nur aus Berichten und Erzählungen anderer mitbekommen habe… als rasantes Informations-Weiterverbreitungs-Medium.

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Was ist so toll am iPad?

Am 13.Juni.2010 schrieb elmar in Allgemein Keine Kommentare »

Als ich das erste Mal während der Januar-Keynote das iPad sah, war meine Reaktion “Was in aller Welt ist DAS denn? Ein zu gross geratener iPod touch?”. In der Tat ist das auch heute noch ein häufiger Kommentar, der jedoch bei Apple-Ignoranten kaum verwundert. Aber bei einem Apple-Fanboy wie mir?

In der Tat bringt das iPad im Vergleich zum iPhone oder iPod touch kaum etwas Neues. So gut wie alles, was man heute mit dem iPad erledigen kann, beherrschen bereits die kleinen Brüder. Schlimmer noch: Das iPad hat nicht einmal eine Kamera, man kann weder damit telefonieren noch SMSe schreiben. Was also macht Teil so anziehend?

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