Ein tolles Wochenende neigt sich mit 850 km/h dem Ende zu. Das entspricht ungefähr der Geschwindigkeit des Airbus A319, indem ich mich gerade mitsamt diverser Süßigkeiten (Duplo, Lindts 85-prozentige…) im Pack wieder der momentanen Heimat Budapest nähere.
Irgendwie hat (fast) alles gestimmt an diesem Trip und da das “fast” in diesem Satz zwei mir (glücklicherweise) vollkommen unbekannte Personen betrifft, bleibt für alle anderen, die ich noch erwähnen werde, eine Extra-Portion Großes DANKE. Ihr hattet alle einen Anteil am Gelingen, sei es, weil ihr meinen kleinen Trip überhaupt erst möglich gemacht habt, weil ihr mir in Buchholz, Hannover oder Hamburg eine sehr nette Gesellschaft wart oder weil ich mit Euch über 500 oder 1000 Kilometer einen spannenden Chat führen durfte, während ich gerade am Gate in Hamburg oder im Flieger in Frankfurt gesessen habe.
Als am Dienstag der Ruf nach Hannover ertönte, war ich mir erst nicht sicher, ob ich ihm folgen sollte. Auf der Cebit war ich noch nie gewesen und eigentlich hatte es mich auch nicht wirklich hingezogen. Aber daß da jemand von meinen Freunden tatsächlich eine Einladung einer Firma erhält, so mit Bahnticket und Eintritt und so, das war neu. Nach dem innerlichen GO kam die äußerliche Organisation. Dienst tauschen (um nicht direkt von der Nachtschicht in den Flieger zur Messe steigen zu müssen) und mich um einen Schlafplatz kümmern. Denn so viel war klar… nach der Messe würde ich als Standby’ler flugmässig nicht mehr von Hannover wegkommen – alle Flieger von Samstag und Sonntag nach FRA oder MUC waren bereits überbucht. Und dann gab es ja noch eine ganz andere Idee…
Beides (Diensttausch und Unterkunft) gestaltete sich zuerst schwierig. Die “Requests” waren rasch losgetreten, aber bis zum Eintrudeln der Antworten verging eine gespannte Weile, schliesslich aber war alles unter Dach und Fach und Sack und Pack und überhaupt. Danke, Rainer!
Dank der losgewordenen Nachtschicht und einer spontanen Zusage für eine Übernachtungsmöglichkeit bei Hannover (trotz später Anfrage) konnte ich sogar schon am Freitag fliegen. Also ab zum Flughafen, es war Freitag, der 6. März, mittags.
Ein kleines Hinderniss tat sich auf, weil der Flug BUD-FRA Verspätung hatte. So war der Anschluss nach HAJ (Hannover) nicht zu bekommen. Während ich aber noch im Kopf die Alternativen durchspielte (Zug ab FRA etc.), kam schon die Ansage… “Passagiere gebucht nach Hongkong, Paris und Hannover bitte am Gate melden”. Die fleissigen Damen waren bereits damit beschäftigt, meine Reise zu retten und mich über MUC umzubuchen. Nicht nur das, zwei nette Fensterplätze waren auch gleich inbegriffen, was für einen PAD schon fast Luxus ist. Danke, Lufthansa.
Am Flughafen Hannover wurde ich sogleich in Empfang genommen, trotz der zweistündigen Verspätung durch die Umbuchung klappt alles super, die private Unterkunft kann man nur als absolut gelungen bezeichnen.
Gästezimer unterm Dach mit zwei bequemen Betten, eigenes Bad und ein toller Ausblick aus dem Dachfenster auf Feld, Wald und Wiese. Ein nettes und anregendes Gespräch mit leckeren Äpfeln und lustigen Geschichten am Küchentisch, gefolgt von einer Wii Sports-Rundreise (ausser Golf
), welche den Abend perfekt und mit viel Spaß abrundete. Am nächsten Morgen nochmal gut unterhalten und zum Bahnhof gebracht werden, ein kostenloses CeBit-Ticket im Gepäck… besser geht’s nicht. Danke Birgit und Mike. Danke, Alex.
Vor der Messe schnell ein Bahnticket nach Hamburg gekauft und sogar noch einen Sitzplatz bekommen. Dazu noch sehr freundlich bedient worden. Danke, Bahn.
Die S-Bahn zur Messe war voll. Also ich meine Voll, um nicht zu sagen VOLL. Was dem Spaß keinen Abbruch tat, vor allem, als eine Horde Jugendlicher die große Behindertentoilette mitnutzen wollte und kurze Zeit
später wieder rauswollte, vermutlich weil sie noch nicht so dufttolerant waren, wie man es sich mit zunehmendem Alter und Flatulenz schonmal antrainiert.
Am Messebahnhof perfektes Timing. Just in dem Moment, als ich von meinem Ankunftsgleis 12 zu Gleis 16 gewechselt war, fährt auch schon der ICE aus München ein und mit ihm der Star des Tages: Phipz.
Der Messetag war einfach genial. Ich hatte ein paar Pläne gemacht, Vorträge rausgesucht, die mich interessieren, Hallen ausgelotet. Am Ende stand der Tag aber doch immer wieder im Zeichen von Zarafa und jenem Messestand, an dem Phipz spontan einen Vortrag über Z-Push halten würde, quasi die Live-Version einer seiner Podcastfolgen. Naja, kein Wunder, schliesslich war dies ja auch der Hauptgrund des ganzen Ausflugs. Zwischendurch sind wir immer wieder über die Messe gestreift, hab
en jede Menge Fotos geschossen und uns immer wieder über lustige Leute und Ausstellungsobjekte amüsiert. Von den geplanten Vorträgen hab ich keinen einzigen gesehen, aber auch nicht vermisst. Es war einfach gut, so wie es ist und wer hält da schon noch an einem Plan fest?
Die Leute von Zarafa waren auch sehr nett, sie gaben uns nicht nur die Möglichkeit, unser Zeug unterzubringen, sondern richtiges VIP-Feeling und Verpflegung obendrein. Spannend war auch, mit einer Internet-Bekanntheit wie Phipz durch die Hallen zu ziehen. Mehrmals wurde er von anderen Besuchern angesprochen… “Du bist der Phipz mit dem iPhone-Podcast, oder?”… ein paar Neugierigkeiten befriedigt und sogar Fotos “mit dem Star” geschossen.
Ansonsten war die Größe der Messe erschlagend und hinterließ den dringenden Wunsch, nächstes Jahr wiederzukommen, am besten natürlich mit mehr Zeit. Dann ist sicherlich auch Gelegenheit für den ein oder anderen (nicht selbst gehaltenen
) Vortrag und eine Pause zwischendurch.
Nach der Messe war Hamburg angesagt, einen sehr guten Freund wiedersehen und natürlich vieeeeel zu quatschen haben. Dazu Wii zocken, was much more Spaß machte als zu Hause gegen den Compi. Wir waren gleichauf, konnten uns gegenseitig über den Tenniscourt scheuchen und stellten überrascht fest, wie eingleisig und vorgeproggt die Gegner der Wii doch sind. Lecker Waffeln und ein gemütlicher, gesprächlich angeregter Stadtparkspaziergang rundeten den Sonntag ab. Flughafen-Transfer inklusive. Danke, Björn!
Am Gate in HAM war noch Zeit, also kramte ich das Macbook hervor und flugs wurde ein Chat mit einem guten Freund in der Schweiz gestartet. Ohrhörer rein, als Mikrofon hielt das des Macbooks her. Krasse Neuigkeiten galt es über den Skype’schen Äther zu schicken und die unfreiwilligen Mithörer um mich herum waren schon das eine oder andere Mal ob der deutlichen Worte erstaunt, die dieser Typ da mit seinem Laptop wechselte. Sowas hatten sie noch nicht allzuoft gesehen (und vor allem gehört
). Danke, Cédric.
Bevor die Umsitzenden den Klapsentransport holen konnten, wurde geboardet. Im fast ausgebuchten A321 fand ich mich auf einem Mittelsitz zwischen einem Herren zu meiner Linken wieder, welcher offensichtlich den geistigen Getränken zu oft und zu viel z
uspricht und entsprechende Düfte aussondert und einem älteren Sonderling zur Rechten, der mich an jene netten Onkels in amerikanischen Thrillern erinnert, die sich schliesslich als psychopathische Serienkiller herausstellen. Um nicht zu irgendeiner Form paranormaler Kommunikation genörigt zu werden, setzte ich die üblichen Abwehrmittel ein wie Kopfhörer und Schlafsimulation. Leider musste ich den gesamten Flug über das Frischluftgebläse direkt auf mein Gesicht richten, um nicht dem Gestank des C2′lers ausgesetzt zu sein, während auf der anderen Seite Mister Unheimlich konstant an seiner Riesenzeitung bastelte, die umdrehte, neu sortierte und schliesslich verwarf. Er las nicht wirklich, sondern musste nur irgendwas tun, schien wie ein auf 300 Prozent laufender Motor, welcher im nächsten Moment durchzudrehen und zu verglühen drohte. Ich wusste nicht, daß ADS soooo lange anhalten kann.
Schliesslich hatte ich es geschafft, das rettende Gate war erreicht und ich wurde aus der psychopathischen Alkoholikerbüchse gerettet. Danke, A17!
(Ja, Ihr habt es gemert, das war das “fast”, von dem ich ganz am Anfang sprach
)
Wieder wurde am Gate getschättet, dieses Mal nicht mit der Schwyz, sondern mit Burgau, wohin CeBit-Star Phipz inzwischen wieder zurückgekehrt war. Wie es das Stardasein so verlangt, mussten wir den Video-Chat unterbrechen, weil er zu einer Live-Schaltung in die Mac-TV-Sendung musste. Dort berichtete er von den Vortageserlebnissen auf der CeBit, belegt mit allerlei Fotos, die vor allem wohl von wem gemacht wurden? Naaa? Danke, Elmar.
(Nachtrag: Die Foddos wurden natürlich von Phipz und mir gemacht. Die ersten drei in diesem Post sind z.B. von Phipz!)
Wieder im Vidchat kam uns wenig später das Boarding dazwischen, also setzten wir die Session im Flieger fort. Hehe, das war neu. Videochat zwischen LH3448 und dem Schwabenländle, Liveberichte von Sitz 20A, “Boarding completed”. Spätestens mit Türen zu und Pushback aber kamen wir zum Ende, denn nun hieß es “Elektronische Geräte bitte ausschalten”. Klasse war’s.
In BUD angekommen konnte ich sogar noch mit einem Arbeitskollegen mitfahren, welcher auf dem selben Flug wie ich gewesen war, was mir die Taxikosten ersparte. Danke, Jürgen.
Ja, Leute… so ist das. Manchmal ist ein One-to-One, man trifft sich mit jemand und hat eine gute Zeit. Manchmal aber haben auch ganz viele verschiedenste Leute Anteil daran, daß es einem gut geht und das Leben schön ist. Denen wollte ich einfach mal DANKE sagen, es ist toll, daß es Euch gibt.
Danke Rainer, Birgit, Mike, Alex, Björn, Cédric, Jürgen und natürlich an Phipz, ohne den dieses Wochenende gar nicht so passiert wäre.
Und Danke an die Ungenannten all der anderen Tagen und Wochen, die einfach da sind.