Ruhiger Reisig und multi-spassiger Monk!

Am 13.December.2006 schrieb elmar in Draussen, Positives, TV Keine Kommentare »

Wahnsinn! Da ist gerade auf der Strasse ein städtischer Arbeiter damit beschäftigt, die Blätter von der Strasse zu beseitigen – mit einem Reisig-Besen!!!
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Fleisch, Klischees und Prada-Teufel

Am 9.October.2006 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft, TV Keine Kommentare »

War gestern in der Preview von “Der Teufel trägt Prada”. Der Film hat es mir angetan, nicht nur wegen einer wahrhaftig diabolisch spielenden Meryl Streep, sondern weil das (Dreh-)Buch immer wieder Platz ließ für Zwischentöne und dem Einreißen gerade aufgekommener Gut-/Böse-Schubladen. Daß eine Furie wie Miranda auch verletzliche Seiten hat, mag nicht zwingend überraschen, gibt der Figur aber die entscheidende dritte Dimension. Noch interessanter aber fand ich den Wandel Andreas vom unscheinbaren (fast zu) braven Mädel zur gestylten Powerfrau.
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Peinliche Vorpremiere

Am 6.October.2006 schrieb elmar in Ausgekotzt, TV, Werbung, Zeitgeist Keine Kommentare »

Am 26. Oktober startet der Film “Ein Freund von mir” im Kino. Dazu gehört die obligatorische Werbung und – das beste Rezept von allen – das Anheizen der Mundpropaganda, die nicht zuletzt über Top und Flop eines Films entscheidet. Also wird am 18.10. eine Vorpremiere veranstaltet und – Holla, die Spenderfee – sage und schreibe 2243 Preview-Karten sind zu gewinnen.
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Es lebe die Schadenfreude

Am 30.September.2006 schrieb elmar in Lästereien, PC, TV, Zeitgeist Keine Kommentare »

Ich weiß gar nicht, was die SozPäds und der ClubDerPolitischSuperkorrekten gegen Sendungen wie “Upps, die Pannenshow” haben. Jaja niedere Fernsehunterhaltung, billige Mache, verwackelte Bilder. Klar, aber dann müsste man auch Pornos, Kirmes und Weihnachten verbieten. Sie alle setzen nicht beim Verstand an, sondern bei anderen vermeintlich niederen Instinkten. Es sei dann, man betrachtet Pornos nur aus Forschungszwecken, geht als Physiker auf die Kerb und sieht in Heiligabend nur ein Datum.

Also was ist dran an der Verwerflichkeit der Schadenfreude?
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Warnung vor dem Filme – Heute: Anatomie

Am 21.August.2005 schrieb elmar in Elmars Spitzen, TV Keine Kommentare »

Heute habe ich mir angesichte eines (bis zur Nachtschicht) freien Tages mal wieder einen Kinogang gegönnt. Zuerst wollte ich ja in “American Beauty”, aber dann war da noch “Anatomie” und so entschloss ich mich gegen den vermutlichen Kitsch aus USA für das neue deutsche Gruselkino mit Franka Potente als Galionsfigur.

Schon die erste Szene macht klar, wo der Film hinwill: Franka Potente alias Paula läßt während einer Leichenschnippelei ein paar glitschige Eingeweide fallen, während ihre ach-so-spassigen Yuppie-Kommillitonen (war das jetzt richtig geschrieben?) kollektive Sexwitzchen reißen. Eigentlich aber ist sie ja gar nicht so doof, weshalb sie einem Anatomie-Wettbewerb auch gleich den zweitbesten Platz in Großdeutschland belegt und dafür zum Weltallbesten Anatomieprof nach Heidelberg fahren darf, um dort so richtig doll fit gemacht zu werden. Der Opa (Ex-Chefarzt mit Krebs) liegt lachend im Sterben, der Papa (von nervenden Patienten geplagter Kinderarzt) würde die Tochter viel lieber in der eigenen Praxis sehen, die Mutter gibt die wegen Schwangerschaft beruflich gescheiterte Ehefrau, die sich – zwischen Verletztsein und Verständnis aufgewühlt – in das ganz doll atmosphärische Licht des töchterlichen Zimmers begibt, um die Müttern ganz eigenen Vermittlungsversuche zu starten.

Wenig später im Zug nach Heidelberg dann die zweite Faust im Gesicht des Kinoguckers: Paula lernt erstmal Gretchen kennen, welche ebenfalls zum Anatomiekurs unterwegs ist und natürlich zur Zimmerpartnerin wird. Anschließend wird Franka ganz filmgerecht mit dem plötzlichen Herzstillstand des 28-jährigen David (Diagnose: Kardiomyopathie) konfrontiert, den sie so dermassen mit Bravour meistert, daß das Opfer noch unter der Herzmassage wieder aufwacht und in der nächsten Szene mit ihr und Gretchen im Zugabteil auf die erfolgreiche Wiederbelebung anstößt. Daß sie wenig später genau selbigen David dann doch tot auf dem Seziertisch wiederfindet und dazu noch mit einer ganz, ganz seltsamen Markierung und noch seltsamerem Blut, ist natürlich kein Zufall, sondern ganz doll vom Drehbuchautor gewollt.

Gretchen wiederum darf so ganz dem Klischee der blöden Blonden gehorchen, die ausschließlich an Sex denkt und auf bescheuertste Weise alles anmacht, was nur genug zwischen den Beinen hängen hat. Zum Ausgleich darf sie dafür in einer Szene sagen, daß sie es immerhin war, die die _beste_ der eingereichten Anatomiearbeiten geschrieben hat und daß sie ja sowieso einen um 50 höheren IQ hat als alle Männer, mit denen sie sich durch den Film vögelt. Ihr Charakter wirkt damit ungefähr so glaubhaft wie unschuldbeteuernde Politiker, denen der Schweizer Kontoauszug noch aus der Tasche hängt.

In Heidelberg angekommen stossen die beiden Hauptdarstellerinnen auf eine ganze Riege von coolen Mitstudiosi, die dauernd irgendwelche Sexwitzchen (siehe oben) reißen oder das zarte Geschlecht im kalten Licht metallischer Obduktionsräume mit elektrisierten Leichen schocken wollen. Gäähhn. Tja, und dann kommt natürlich noch die _eigentliche_ Handlung, aber damit will ich Euch nicht auch noch langweilen. Nur soviel: Die Geschichte von der Kassandra, die etwas ganz doll Schlimmes entdeckt, der keiner glaubt, die in ganz doll gefährliche Situationen kommt und die zum Schluß mit ihrem anfangs noch unsympathischen Retter vögelt, ist nun wahrlich nicht mehr ganz taufrisch.

Undsoweiter…

Die Schauspieler wirken unmotiviert und vollkommen zweidimensional auf ihr jeweiliges Klischee verkrampft, die Bilder versuchen immer wieder, ekelhaft zu sein und landen doch andauernd (Achtung, Wortwiederholung) im Klischee von Blutlachen und Skalpell-Großaufnahmen. Die Musik wird vom Viva-adaptierten Publikum sowieso nicht mehr wahrgenommen (und das ist auch gut so) und die holpernden und stolpernden Dialoge sind schließlich so grauenhaft gekünstelt, daß ich mehr als einmal in den 110 Minuten versucht war, das Kino zu verlassen. Daß ich es nicht tat, lag vor allem auch daran, daß ich nicht den Eindruck erwecken wollte, ich würde wegen der ekelhaften Blutszenen gehen. :-)

Fazit:

Wer gekühlte Leichen sehen will, schaue sich “Nachtwache” an, für ekelhafte Schleimklumpen tun’s die Filme Cronenbergs (ExistenZ, Die Fliege, Naked Lunch, Die Unzertrennlichen) viel besser und im Reiche der Spannung ist die Auswahl sowieso groß genug. Für den Thrill mit ein wenig Ekel tut’s derzeit “The Sixth Sense” viel besser und außerdem gibt’s noch einiges an Blut in “Fight Club” (der aber noch aus ganz anderen Gründen supergut ist).
Anatomie aber kann mensch sich ohne jedes Problem ersparen.

P.S.: American Beauty entpuppte sich als alles andere denn als amerikanischer Kitsch und war für mich der Überraschungsfilm des Jahrs schlechthin. Totally genial!

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