Ist das Leben scheisse?

Am 14.August.2011 schrieb elmar in Gesellschaft, Inneres, Positives, Zeitgeist 2 Comments »

Ich las eben Deinen Blogpost, Leon, mit dem schlichten Titel “Das Leben ist scheisse”. Knapp, hart und kompromisslos. So jedenfalls die Überschrift. Im Text führst du zwei Beispiele an: Das des kleinen Arbeiters/Angestellten, der ein Leben lang für wenig Kohle ackert. Und den studierten Schaffer, der vor lauter Maloche seine Kinder nicht sieht und mit dem dem verdienten Geld seiner Familie ein sorgenfreies (?) Leben bereitet, von dem er selber aber nichts mitkriegt.

“Das sind die Optionen” schreibst du (zumindest, wenn man Familie will) und ich muß lange überlegen, ob es stimmt, ob du recht hast, ob da wirklich nichts mehr ist sonst. Ich zähle ja eigentlich nicht, denn ich habe keine Familie und kann mir daher Freiheiten erlauben (sowohl zeitlich als auch finanziell), die Familienväter und -mütter nicht haben. Aber wie ist es in meinem Umfeld… da gibt’s doch genug Familien, was ist mit denen?

Ich tue mich schwer, überlege, suche und da… fällt mir eine Familie ein, die… ach ne, doch nicht. Ist es wirklich so schwer? Ich denke an die vielen Leute, die ich kenne, welchen Kontakt sie zu ihren Eltern haben, wie “sichtbar” diese Eltern für sie (und mich) sind oder ob diese auch zu den unsichtbaren Nach-14-Stunden-ins-Bett-Fallen-Eltern gehören.

Kurz bevor ich den Verstand verliere, finde ich sie dann doch, näher als ich dachte. An meinem Arbeitsplatz, wo mein Kollege 4 anstatt 5 Tage pro Woche arbeitet und jeden Freitag für seinen Sohn (und die vor kurzem geborene Tochter) da ist. Bei einem Treffen vor drei Wochen, wo ich einen Familienvater kennengelernt habe, der oft und begeistert von seinen Kindern erzählt und dem ich sofort abnehme, dass er seinen Kleinen ein toller Vater ist. Und bei einem sehr guten Freund aus Hamburg, der sich eine Auszeit genommen hat, um wieder vom Arbeitstrip (den er durchaus gehabt hat als Projektleiter) runterzukommen.

Vielleicht sind das ein paar Tropfen auf viel heiße Steine, aber sie machen mir Mut. Und zeigen mir, dass es geht, dass es funktionieren kann, dass es kein Gesetz gibt, welches einen verpflichtet, in einer der beiden von Dir genannten Gruppen zu verfallen. Aber es setzt voraus: Ein Bewusstsein, bewusst zu sein. Sich nicht der täglichen Dröhnung Arbeit oder RTL hinzugeben. Sondern wach zu bleiben, zu hinterfragen, zu zweifeln. Und zu lieben. Hier und Jetzt.

Medien und Konsumtempel wollen uns suggerieren, wie wir zu sein haben. Schaffen, Anschaffen, uns verhuren für den nächsten Luxus, der uns doch nur wieder Arbeits- und damit Lebenszeit kostet. Und wenn wir dann mal ausgepowert nach Hause kommen, halten sie auch gleich die Betäubungsspritzen in 16:9 bereit.

Ja, ich weiß, ich habe gut reden, bin ja selber den schönen Apfel-Dingen im Leben nicht abgeneigt. Aber darüber hinaus sind wohl die größten Ausgaben jene, die ich tätige, um Menschen zu sehen. Menschen, die mir wichtig sind. Ich sehe so gut wie nie fern, aber habe oft und viel Kontakt zu anderen Menschen, sei es in sozialen Netzwerken (woher wir uns ja schliesslich auch kennen) oder im realen Leben.

Ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg durchaus reproduzierbar ist. Für jeden, der wach durch die Welt geht und die Oberhand behält über die Prioritäten, die er selbst setzen kann und will. Ein gewisser Konfuzius sagte wohl mal (meine Freund können das Zitat schon nicht mehr hören ;) ):

  • Gib mir die Gelassenheit, die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann.
  • Gib mir die Kraft, jene Dinge zu ändern, die ich tatsächlich ändern kann und
  • Gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Auch, wenn gerade der dritte Punkt manchmal schwerfällt und wenn es Momente gibt, wo ich Deinen Worten nur allzu gerne zustimme, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es doch immer wieder funktionieren kann.

Vielen Dank, Leon, für die Anregung durch Deinen Post. Der mir doch einmal mehr gezeigt hat, wie viele Menschen das “nah dran” schon überschritten haben und versunken sind, während wir uns jeden Tag wieder daran erinnern sollten, wie wir den Kopf über Wasser halten können. Irgendwann werden die Schwimmbewegungen automatisch und es macht vielleicht sogar Spaß.

Danke.


Korrektur: Das “Gelassenheitsgebet” stammt offensichtlich nicht von Konfuzius (wie ich immer dachte und gerne zitiert wird), sondern von Reinhold Niebuhr. Danke an @wunderfitzig für den Hinweis. :)

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Liebe Eltern! (oder: Über meinen Kontakt zu Jüngeren im Internet)

Am 28.Juni.2011 schrieb elmar in Allgemein, Freundschaft(en), Gesellschaft, Twitter, Unterwegs, Zeitgeist 14 Comments »

Sie haben sich bestimmt schon einmal Gedanken gemacht, wie sie sich beim Thema Internet verhalten sollten, was sie erlauben können und wo Einschränkungen und ein wachsames Auge angebracht sind. Die „alten“ Medien wie Fernsehen, Zeitungen und Bücher versuchen zu helfen, aufzuklären und zu unterstützen, pflegen aber auch, wie mancher TV-Privatsender, gerne eine quotenfreundliche Sensationsberichterstattung, die der Realität nur bedingt gerecht wird.

Fakt ist: Wer als Jugendlicher im Internet unterwegs ist, sollte ein paar wichtige Sicherheitsregeln beachten und Eltern tun gut daran, auch mal zu schauen, was die „lieben Kleinen“ so treiben. Auf der anderen Seite sind Jugendliche, gerade weil sie so selbstverständlich mit den Medien Computer und Internet aufwachsen, durchaus routinierter und umsichtiger als viele Eltern denken. Die zunehmende Vernetzung führt dabei auch zu einem Um- und Neudenken des Begriffs „Privatsphäre“, bei dem die Grundstücksmauern früherer Generationen einem Miteinander und einer Offenheit weichen, welche Eltern und Ältere oft erschreckt. Doch gerade diese Offenheit und der rasante Austausch untereinander sorgen auch dafür, dass „dunkle Gestalten“ schnell auffliegen und kritisch beobachtet werden. Daneben aber ermöglichen soziale Medien wie Twitter aber auch einen „gesunden“ Kontakt und Austausch zwischen Generationen und Menschen, die sich im realen Leben vermutlich nie kennengelernt hätten.

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Gewehre und das Internet

Am 17.April.2011 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft, Zeitgeist 3 Comments »

Brauchen wir Gewehre?

Ich vermute mal, dass die meisten von uns nicht persönlich jagen gehen, sie ziehen die bequemere Fleischtheke oder das Selbstbedienungsregal im Supermarkt vor. Und doch gab und gibt es viele Menschen, die mit Hilfe von Gewehren ihren Speiseplan um allerlei Fleischliches bereichern. Aber werden Gewehre nicht auch verwendet, um andere Menschen zu verletzen, gar zu töten? Unbestritten, das Gewehr hat, wie das Messer auch, seine zwei Seiten. Und je nachdem, von welcher dieser Seiten man das Thema beleuchtet, erscheint es als Bedrohung oder Segen.

Der thematisch Sprung hin zum Internet ist an dieser Stelle vielleicht gewagt, aber nicht unmöglich. Fragt man Leute nach ihren Assoziationen zu „dem Internet“, hört man von „gefährlich“ bis „praktisch“ die unterschiedichsten Meinungen und Argumente. Nicht immer, aber oft, läßt sich von der Art der Antwort schon auf eine bestimmte Art der Internetnutzung schliessen. So wird jemand, der kaum per Mail, Web oder in sozialen Netzen unterwegs ist, vielleicht eher die negativen Seiten wahrnehmen, während ein intensiver Nutzer die Vorzüge anpreist, ohne die er oder sie gar nicht mehr auskommen möchte.

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Zuhören. Eingehen. Teilen.

Am 24.Januar.2011 schrieb elmar in Ausgekotzt, Gesellschaft, Zeitgeist 5 Comments »

Kommunikation ist schwierig. Vor allem, wenn einer nicht genau weiß, was der andere will oder etwas selber Gesagtes auffasst. Kommen dann noch verschiedene Ebenen der Verständigung plus eine Portion Gruppendynamik und Social Networking dazu, wird es abenteuerlich und mitunter frustrierend.

Paradebeispiel 1: Foren

Ich wende mich an die Mitglieder eines Forums mit einer simplen Frage “Wie kann ich in der Anwendung XYZ dies und das machen?”. Und die Antworten…

  • User A: “Warum willst du das denn machen, das ist doch total sinnlos / doof / zweckentfremend!
  • User B: “Bääähh… wie kannst Du nur das Programm XYZ verwenden. ABC ist doch viel besser“.
  • User C: “Öhmmm… also ich verwende das Programm nicht, aber ich könnte mir denken, dass vielleicht… eventuell… öhm… äh…
  • User D: “SuFu!
  • User E: “Ja, das würde ich auch gerne wissen. Hab ja schon überall gesucht und nix gefunden.

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Die Welt ist schlecht – lasst uns feiern!

Am 26.August.2010 schrieb elmar in Freundschaft(en), Gesellschaft, Positives, Zeitgeist 2 Comments »

Für mich hat sich seit Anfang des Jahres 2010  einiges getan. Ich habe nicht nur wieder mehr Kontakt zu einem sehr guten Freund, sondern auch viele neue Leute kennengelernt. Wenn ich sage, wo (“in Twitter”), schmunzeln viele, teils mitleidig, teils unwissend. Sie kennen das neue Kommunikationsmedium nur aus den Nachrichten und wissen darüber ungefähr so viel wie über Google Street View oder IRC, sprich: gar nix. Aber… diese neuen Bekanntschaften haben mich gestärkt, mich sozial “lebendiger” gemacht, und das nicht nur in der virtuellen 140-Zeichen-Welt, sondern auch im vielgeschworenen “Real Life”. Und in dem passiert momentan einiges.

Nach 2 Jahren und 8 Monaten kehre ich zurück. Von Budapest, wohin ich einst entsandt worden war, nach Kelsterbach, wo ich in von nun an wohnen und (wieder) arbeiten werde. Mit der Rückkehr sind einige Veränderungen verbunden, die für sich alleine schon kleine Herausforderungen sein können:

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Kommentar zum x-ten Amoklauf

Am 13.März.2009 schrieb elmar in Gesellschaft, Zeitgeist, Zweifel Keine Kommentare »

Dies ist das 1:1-Zitat eines Beitrages von mir in einem Forum. Es ging – natürlich – um den jüngsten Amoklauf und – wieder mal – um die Frage, wie weit Killerspiele einen Anteil an solchen Amoklaeufen haben.

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Ein Problem kann man causal (an den Ursachen) oder symptomatisch (an den Wirkungen) bekaempfen, wobei ersteres oft deutlich schwieriger ist und letzteres meist “naheliegend”. Hab ich Kopfschmerzen, schlucke ich eine Kopfschmerztablette und Ruh’ iss. Woher die Kopfschmerzen aber kommen (und wahrscheinlich sogar ein Warnsignal des Körpers sind), ignoriere ich damit. Das Ergebnis zaehlt.

Beim Thema “Amoklauf” ist die Unterscheidung IMO nicht so einfach.

Klar, symptomatisch = Kontrollen in den Schulen, keine Waffen, Metalldetektoren etc. (in den USA schon haeufig praktiziert). Was so einfach klingt, verlagert leider nur das Problem, wer nicht _in_ der Schule schiessen kann, tut dies davor oder in der Mall um die Ecke.

Auf der anderen Seite die Ursachen… ein Riesenfeld, kaum zu überblicken geschweige denn zu kontrollieren. Elternhaus, Erziehung, Mobbing etc.

Killerspiele stehen für mich genau zwischen Ursache und Wirkung. Sie sind nicht nur Ursache, aber auch nicht nur Wirkung. Wer sie spielt, hat einen Grund, sei es z.B. Spass, Herausforderung oder Kompensation. Es geht um Teamgeist, Schnelligkeit, Taktik und ich kann mir gut vorstellen, dass für viele “Killerspieler” Blut und Realismus zwar einen zusaetzlichen Kick bedeuten, sie aber durchaus zwischen Spiel und RL unterscheiden können.

Anders, wer kompensiert. Der lebt im Spiel all das aus, was er IRL nicht hat/ist/bekommt. Er kann allen Hass, Frustration und Schmerz in das Spiel packen und wird doch (oder gerade) am Ende als Sieger hervorgehen. Zumindest, wenn er das “Spiel” perfekt genug beherrscht.

Killerspiele “machen” IMO keine Killer, aber sie können in bestimmten Faellen zu Gewalt-Verstaerkung und Realitaetsverlust führen, sie können ein Katalysator sein für etwas schon Vorhandenes, einen Prozess beschleunigen oder überhaupt erst “Schein-Lösungen” für ein Problem aufzeigen. Sie können aber auch ein Ventil sein. Ist es nicht besser, den Frust über den gehassten Chef im Spiel loszuwerden als in Realitaet? Solange der Funke nicht in die Realitaet überspringt, druchaus legitim… die Gedanken sind frei.

Politiker, Geistliche und andere Tagtraeumer aber haetten gerne den perfekten Menschen, der einwandfrei funktioniert, keine dunklen Seiten aufweist und nie niemals nicht einem anderen Menschen auch nur in den leisesten Gedanken irgendeinen Schaden oder Missbrauch zufügt. Nett gedacht, aber das ist Realitaetsverlust, wie ihn kein Computergame bieten kann.

Letzten Endes ist die Frage, was wir draus machen. Die inzwischen freie Zugaengigkeit von Pornos stellt Erzieher und Erzogene ja auch vor ganz neue Aufgaben und nicht selten wird die ein oder andere Vorstellung von Liebe und Sex durch den “Schmuddelkram” (ich hassliebe dieses Wort) arg verzerrt. Andererseits wird über das Thema heute oft freier gesprochen und diskutiert als in den “guten alten” Zeiten von “Licht aus und Co.”

Also?

Ein Verbot von Killerspielen bringt denke ich nix, da bin ich derselben Meinung wie Phipz. Wer sich das Zeug besorgen will, wird es im Internet auch finden, zudem wird ein Verbot den Kick nur erhöhen. Und selbst, wenn ein Verbot den ein oder anderen Seiteneffekt lindern würde, hiesse es doch das Kind mit dem Bade ausschütten.

Kontrollen an Schulen sind auch ein netter Versuch, der das Leben vielleicht ein wenig friedlicher gestaltet, aber keinen sicheren Schutz bietet.

Was bleibt? Die schwierige Aufgabe, wirklich an die Ursachen heranzukommen. Die Aussage der Schulleiterin, dass ihr nicht bekannt sei, dass der Amokläufer Tim K. “in irgendeiner Form gemobbt wurde oder dass er gewalttätig war”, ist dabei schon blanker Hohn. Nicht bekannt = nicht existent? So viel Betriebsblindheit muss man erstmal aufbringen, zumal die Aussagen von Mitschülern und ein Chatauszug anderes bezeugen. (Nachtrag: Wie sich herausgestellt hat, war der Chatauszug mit der vermeintlichen Ankündigung gefaelscht!)

Der Lösungsweg ist also nicht einfach, ganz im Gegenteil. Er ist komplex, involviert unzaehlige Institutionen und Personen, kostet Geld und bringt auf kurze Sicht weniger Waehlerstimmen als der schnelle Schrei nach Verboten. Aber er ist vermutlich der einzige Weg, der funktioniert.

Jedenfalls braucht es mehr Besonnenheit statt Überreaktion. Kontrollen und Verbote gibt es schon genug, Verantwortung für das, was in unseren Köpfen aber passiert, möchte keiner übernehmen. Das waere ja auch zu viel verlangt. ;-)

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Paparazzo-Seele???

Am 27.Januar.2009 schrieb elmar in Gesellschaft, Lästereien, Zeitgeist Keine Kommentare »

Das ist der Hammer… da haben Beckham und seine Leibwächter einen Paparazzo vermöbelt. Nix Neues und auch kaum eine Träne wert… aber nun verklagt das “Opfer” Herrn Beckham wegen… man lese und staune… “körperlichen und seelischen Schadens”.

Okay… Verprügeln geht zu weit, körperlich kaputtmachen verbietet das Gesetz. Aber beim Thema “Seelischer Schaden” stellt sich doch die eindeutige Frage nach Ursache und Wirkung, Henne und Ei, Opfer und Täter.

Zu gern betrachten sich Paparazzi als Erfüllungsgehilfen, die ja schliesslich nur das liefern, was die breite und dumme Masse will. Das, meine Herren Berufsspanner, hat aber noch nirgendwo gezogen, weder an der DDR’schen Grenze noch bei den Auftragskillern der Mafia.

Letzen Endes sind Parazzi nichts anderes als das letzte Glied einer perversen Kette aus Sensationsgeilheit und “legaler” Spannerei, die Finger eines Abschaumkörpers, der sich darin suhlt, angeblich im Auftrag ihrer Klientel oder gleich der ganzen Gesellschaft zu handeln und sich nur zu gerne auf das “Recht auf Information” beruft.

Ich bin für das “Recht auf Gegenwehr”, nicht im Sinne von Selbstjustiz, sondern allegenwärtiger Notwehr. Wer von Paparazzo einem Paparazzo (seelisch!) gequält wird, sollte sich wehren dürfen. Und Paparazzi, die daraufhin einen “seelischen Schaden” reklamieren, gehören in die lebenslange Auslachkammer.

Fazit: Liebe Boulevard-Spanner, lest mal zur Abwechslung ein gutes Buch über das Ursache-Wirkungs-Prinzip. Vielleicht versteht Ihr es nicht gleich, aber Ihr werdet den Effekt spüren, wenn Ihr den Job wechselt. Das Leben kann doch sooooo schön sein. ;-)

Quelle: Spiegel Online

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Macht die Augen auf, Sterbegegner!

Am 1.Juli.2008 schrieb elmar in Ausgekotzt, Gesellschaft, Zeitgeist, Zweifel 1 Comment »

Diese Aktion ging leider vollkommen daneben. Ein “Ex-Senator” (wie immer so gerne betont wird, als sei dies Teil einer Argumentation) baut Sterbegeraete und hat nun eine publikumswirksame Aktion gestartet, indem er einer alten Frau beim Sterben half. Etwas zu publikumswirksam, denn nun stürzen sich alle, wie erwartet, auf die Form und umschiffen den Inhalt. Von Geltungssucht ist die Rede, Empörung macht sich breit und jeder ist sofort bereit, Sterbehelfer Kusch ob seiner “abscheulichen” Tat zu verdammen und alle Sterbehilfe gleich mit. Wenn es seine Absicht war, die Menschen aufzurütteln, hat er es geschafft. Wenn er geglaubt hat, der Sterbehilfe damit einen Dienst zu erweisen, hat er sich (zumindest dem jetzigen Anschein nach) bitter getaeuscht.

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Lachnummern der Woche

Am 4.Mai.2008 schrieb elmar in Gesellschaft, Lästereien, Zeitgeist Keine Kommentare »

Blutbremse: Eben bekomme ich mal wieder eine Spammail. Ein Mädel fragt, ob ich kein Interesse mehr an ihr hätte, sie würde schon die ganze Zeit im Online-Chat auf mich warten… Netter Versuch, aber das grosse Grauen kam beim Namen: HILDEGARD! Ich meine, selbst wenn ich ein gestandener Hetero wäre, bekäme ich bei diesem Namen echte Erektionsprobleme *schauder*. Oder richtete sich diese Mail etwa an Fans von Gero-Sex. “Oma in Strapsen”, “Geil im Heim” oder wie? Naja, keine Nische, die nicht schon längst besetzt wäre… ;-)

Nachtrag 5.5.: Noch eine Mail, selber Text, dieses Mal ist es eine EDELGARD. Himmel hilf, wo haben die Spamspasten diese Namen her? Kommt jetzt noch Brunhilde mit ihren dampframmigen Rheintöchtern? Daß die Todesstrafe-Kandidaten der deutschen Rechtschreibung nicht mächtig sind, ist gegessen, aber wenigstens die Namen hätten sie den Fetischisten lassen können. Wer bitte holt sich auf Edel-, Hilde oder Sonstwiegard einen runter? Hmmm. Naja, wenn ich es recht bedenke… wie war das mit den Nischen?

Ballmer: Endlich. Der Mampf zwischen zwischen M$ und Juppheididu hat ein Ende. Und Schweissbacke Stevie B. (not J.) hat das Nachsehen. Alle Drohungen und Sprüche haben nix geholfen, nicht mal die paar Milliardchen, die er sogar noch drauflegen wollte. Wer selbst weder Ideen noch Hirn besitzt, muss Klauen und Kaufen. Während ersteres mehr oder weniger gut funktioniert, erhielt der Welt größter Innovations-Recyling-Konzern nun eine perfekte Lektion in “Was man mit Geld nicht kaufen kann”. Ich sage nur: Priceless!!!

Ballkünstler: Ja, so ist das im Fußball. Drumherum wird sich geoutet, was das Zeug hält. Kaum ein gesellschaftlicher Bereich kommt noch ohne Quotenschwule aus. “Wir haben endlich auch einen” hört man mancherorts Erleichterung tönen. Bloß der Fußball samt Vereinen und Anhängern tut sich schwer. Schwule Kicker sind noch immer absolutes Tabuthema, wenngleich vorhanden. Bloß öffentlich machen will es keiner, wissend, daß dies einem Aufruf zur Hinrichtung gleichkäme.

Umso spannender sind sich daraus ergebende peinliche Szenen, wenn doch mal etwas aus dem verruchten und so extrem-nicht-existenten Milieu an die heterosexualisierte Oberfläche dringt. Was hab ich beim Lesen dieses SPO-Artikels gelacht und mich für Ronaldo gefreut. Da hat er schonmal drei fraulich getarnte Schwänze im Spiel und dann so ein unschönes Ende.

Nunja, egal, ob an der Sache was dran ist oder nicht, sie hätte nicht die Kraft und Aufmerksamkeit, wenn auch der Fußball samt seinen Trägern endlich im Hier und Heute angekommen wäre. Ronaldo ist so gesehen vielleicht nur ein Opfer. Aber vielleicht kein schlechtes. Zum Lachen aber ist es allemal.

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Dein Auto iss abba scheisse!

Am 25.Februar.2008 schrieb elmar in Ausgekotzt, Lästereien, Zeitgeist Keine Kommentare »

Ich versteh’ die Leut’ net! So viel Mitteilungsbedürfnis, so viel Haarspalterei, so viel Ichbinaberdermeinungdass.

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Überleben

Am 26.Januar.2008 schrieb elmar in Budapest, Lästereien, Zeitgeist Keine Kommentare »

Süßes1Unser Körper hat in der Regel das starke Bestreben, zu überleben. Was das Überleben sichert, ist gut für ihn und er will es haben. Gut ist z.B., was Kalorien hat, also Energie zum Verbrennen. Damit kann man jagen, flüchten, Häuser bauen und… dick werden. Letzteres ist wohl eher ein nachsteinzeitlicher Effekt, aber nachwievor liebt der Körper die Kalorien und wo könnte er sie besser herbekommen als von Süßkram. Schieben wir uns einen Schokoriegel in den Mund, ist dies ein wahres Fest für unseren Körper, er jubiliert, schüttet noch ein paar Glückshormone zusätzlich aus und feiert ein Fest.

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Kalkulierte Individualität

Am 27.November.2007 schrieb elmar in Gesellschaft, Zeitgeist Keine Kommentare »

Computer bedeuten Reproduzierbarkeit. Einfach, schnell, effizient. Wo früher mühsam kopiert und vervielfältigt werden musste, genügt heute ein Knopfdruck. Eine MP3-Datei wird tausendfach heruntergeladen, eine Mail millionenmal versandt.

Was früher unterschiedlich war, gleicht sich an. Nicht nur Innenstädte mit ihren immer gleichen Ladenketten, sondern auch Kommunikation in ihren schriftlichen Erscheinungsformen. Die Zeiten von Handschrift oder Schreibmaschinen mit ihren unverwechselbaren kleinen Typo-Fehlern sind vorbei. Glücklicherweise, möchte man sagen, schaut man sich so manch Handgeschriebenes an.

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Von der Autofahrerfront

Am 2.Oktober.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Draussen, Politik, Zeitgeist, Zweifel Keine Kommentare »

Endlich. Verkehrsvergehen kosten mehr Geld, wie tagesschau.de und stern.de berichten. Handy am Steuer und Rasen in der Stadt werden z.B. deutlich teurer, Grund genug für den ADAC, gleich wieder rumzublöken, Autofahrer seien keine Verbrecher. Natürlich sind sie das nicht, aber gegen die schwarzen Schafe gehört vorgegangen, meiner Meinung nach sogar noch schärfer als jetzt.

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Sind Radarfallen Freiwild?

Am 11.September.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Draussen, Gesellschaft, Politik, Zeitgeist Keine Kommentare »

radarfalle.jpgUnbekannte haben eine Radarfalle an der A5 plattgemacht und die Filmkassette mitgehen lassen, so eine Nachricht der FNP heute.

Ich könnte fast wetten, daß einige von Euch, die das lesen, schmunzeln oder vielleicht sogar hämisch lachen. Immerhin sind Radarfallen beim Pholk ja der Buhmann schlechthin. Über kaum eine Sache kann sich Bierbauch-Herbert so trefflich aufregen wie über die Starenkästen, die ja alle nur Abzocke sind und überhaupt verboten gehören.

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Anstössige Blogs?

Am 25.April.2007 schrieb elmar in Gesellschaft, PC, Zeitgeist Keine Kommentare »

Wer entzieht sich schon gerne seine eigene Existenzberechtigung? Im Gegenteil, wenn es einen Grund für Paranoia gibt, dann für die Sicherheitsbeauftragten dieser Welt. In diesem Sinne hat der Sicherheitsdienstleister ScanSafe einen Bericht veröffentlicht, laut dem im März 2007 “bis zu” (!) 80 Prozent der Blog-Sites “anstössige Inhalte” enthielten.
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