Eifersucht und die Folgen.

Am 16.September.2011 schrieb elmar in Allgemein, Gesellschaft, Inneres, Zweifel 2 Comments »

Eben gerade sah ich die 7. Folge aus der 3. Staffel von „The Big Bang Theory“ (TBBT), eine für die Serie ungewöhnlich ernste, hintergründige und für mich sehr anstrengende Folge, in der dauernd gestritten und geschrien wird. Kern des Plots ist ein Streit aufgrund Lennarts Eifersucht, weil Penny (seine Freundin) einen alten Freund bei sich auf dem Sofa übernachten lassen will. Sheldon, Lennarts Mitbewohner und ein Nerd mit Asperger-Syndrom, wird durch diesen Streit in seine Kindheit zurückgeworfen. Er flüchtet vor den Auseinandersetzungen bis hin zum Rückzug vor der Realität, indem er sich wieder wie damals als Kind fühlt und reagiert.

Eifersucht ist aus meiner Sicht mit das fieseste und hinterhältigste Gefühl, dass in einer Beziehung auftauchen kann. Es baut oft nur auf Verdacht und Vermutungen auf, die daraus folgenden Ängste und Besitzansprüche werden aber als so real empfunden, dass sie heftige und heftigste Reaktionen auslösen. Quasi aus dem Nichts kann die Eifersucht eine Freundschaft, Beziehung oder Ehe in ihren Grundfesten erschüttern und es ist sehr schwer, die tief sitzenden Gefühle mit rationalen Argumenten oder Vertrauen wieder in den Griff zu kriegen.

Ich hasse es, einer Eifersuchtsszene beizuwohnen, ja, schon das Anschauen in Film oder Fernsehen bereitet mir Probleme, weil ich mich dauernd frage, was soll das, warum tun die das eigentlich, wieso machen die sich das Leben selber so schwer. So war es auch in der TBBT-Folge, stellvertretend für mein eigenes Unwohlsein traf es Sheldon, der während der heftigen Streits an seine Kindheit erinnert wurde, wobei die Szenerie eine neue Dimension bekam.

Es ging nicht mehr nur um die Frage, warum Paare sich das Leben selber so schwer machen, sondern was sie damit ihren Kindern antun. Jenen, die das Drama hautnah mitbekommen, oft nicht verstehen, was eigentlich passiert ist und schliesslich auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung von beiden Elternteilen vereinnahmt und manipuliert werden, damit sie sich auch ja auf deren Seite schlagen.

In der letzten Steigerung, dem Extremfall der Scheidung, wissen die Parteien oft selbst nicht mehr, warum sie eigentlich streiten und was dazu geführt hat, dass eine einst so gut funktionierende Beziehung und große Liebe mit der Zeit dermaßen in die Brüche gegangen ist.

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Liebe Eltern, habt ihr Euch eigentlich einmal Gedanken gemacht, was ihr Euren Kindern damit antut? Was in ihnen vorgeht, wenn beide Elternteile an ihnen zerren, auf die eigene Seite holen wollen und den Partner Stück für Stück demontieren? Vermutlich nicht, weil ihr mit Euren Gefühlen und Streitereien selber viel zu beschäftigt seid, weil sich der Krieg so verselbständigt hat, dass ihr schon routinemäßig aufeinander einschlagt und „Colateralschäden“ gar nicht mehr wahrnehmt.

Das Schlimme an heftigen Erdbeben – geht man nach den Zeugenbeschreibungen – ist der fundamentale Zusammenbruch dessen, auf das wir uns normalerweise blind verlassen: Ein fester Boden unter den Füßen. Bei Feuer oder Wasser gibt es wenigstens noch eine Hoffnung, eine Idee, wohin man sich retten kann. Bei einem Erdbeben wackelt alles um dich herum, bricht zusammen und es gibt nichts mehr, an dem du dich festhalten kannst. So ungefähr stelle ich es mir vor, wenn sich Vater und Mutter, die beiden Menschen, an denen man sich als Kind orientiert, festhält, Geborgenheit findet, gegenseitig demontieren und in Grund und Boden stampfen. Du hast nichts mehr in Deiner Familie, an dem du dich festhalten kannst (außer, du hast gerade in diesem Moment das Glück, Geschwister zu haben, die das schaffen).

Es macht mich traurig und wütend, wenn ich Menschen erlebe, die genau dies mitmachen, die zwischen zerstrittenen Eltern stehen, die Scheidung oft schon vollzogen, und nun leben sie bei einem der beiden Elternteile, im schlimmsten Fall da, wo sie gar nicht hinwollten.

Es ist einfach zu sagen, man könne über alles reden (auch, wenn es immer wieder stimmt), aber mit der Eifersucht schleicht sich ein „Kriegsgrund“ in eine ansonsten gut funktionierende Beziehung, der aufgerissene Gräben oft erst dann erkennen lässt, wenn es schon zu spät ist.

Was kann man dagegen tun? Vertrauen? Klar, das ist wohl das beste Mittel gegen Eifersucht, es steht dieser sogar komplett diametral (oder wie immer das heißt) entgegen. Wo Vertrauen herrscht, kann Eifersucht (theoretisch) gar nicht erst aufkommen. Aber Vertrauen kommt nicht von ungefähr, es will erworben, gehegt und gepflegt werden. Vor allem aber ist eines wichtig: Offen miteinander reden, ehrlich sein, Unzufriedenheiten und Missverständnisse angehen, bevor sie größeren Schaden oder Narben anrichten können. Dann ist es doch eigentlich gar nicht so schwer, ohne fundamental destruktive Streits durch das Leben und eine Beziehung zu gehen. Und die Kinder haben auch was davon.

Ein Traum? Ja, aber ein realisierbarer. Wenn ihr alle Augen und Herz ein bisschen öffnet und daran denkt, was Euer Verhalten bei Euch selbst, aber vor allem auch den anderen auslöst. Dann klappt das mit dem Haus am See und der besseren Welt.

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Kommentar zum x-ten Amoklauf

Am 13.März.2009 schrieb elmar in Gesellschaft, Zeitgeist, Zweifel Keine Kommentare »

Dies ist das 1:1-Zitat eines Beitrages von mir in einem Forum. Es ging – natürlich – um den jüngsten Amoklauf und – wieder mal – um die Frage, wie weit Killerspiele einen Anteil an solchen Amoklaeufen haben.

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Ein Problem kann man causal (an den Ursachen) oder symptomatisch (an den Wirkungen) bekaempfen, wobei ersteres oft deutlich schwieriger ist und letzteres meist “naheliegend”. Hab ich Kopfschmerzen, schlucke ich eine Kopfschmerztablette und Ruh’ iss. Woher die Kopfschmerzen aber kommen (und wahrscheinlich sogar ein Warnsignal des Körpers sind), ignoriere ich damit. Das Ergebnis zaehlt.

Beim Thema “Amoklauf” ist die Unterscheidung IMO nicht so einfach.

Klar, symptomatisch = Kontrollen in den Schulen, keine Waffen, Metalldetektoren etc. (in den USA schon haeufig praktiziert). Was so einfach klingt, verlagert leider nur das Problem, wer nicht _in_ der Schule schiessen kann, tut dies davor oder in der Mall um die Ecke.

Auf der anderen Seite die Ursachen… ein Riesenfeld, kaum zu überblicken geschweige denn zu kontrollieren. Elternhaus, Erziehung, Mobbing etc.

Killerspiele stehen für mich genau zwischen Ursache und Wirkung. Sie sind nicht nur Ursache, aber auch nicht nur Wirkung. Wer sie spielt, hat einen Grund, sei es z.B. Spass, Herausforderung oder Kompensation. Es geht um Teamgeist, Schnelligkeit, Taktik und ich kann mir gut vorstellen, dass für viele “Killerspieler” Blut und Realismus zwar einen zusaetzlichen Kick bedeuten, sie aber durchaus zwischen Spiel und RL unterscheiden können.

Anders, wer kompensiert. Der lebt im Spiel all das aus, was er IRL nicht hat/ist/bekommt. Er kann allen Hass, Frustration und Schmerz in das Spiel packen und wird doch (oder gerade) am Ende als Sieger hervorgehen. Zumindest, wenn er das “Spiel” perfekt genug beherrscht.

Killerspiele “machen” IMO keine Killer, aber sie können in bestimmten Faellen zu Gewalt-Verstaerkung und Realitaetsverlust führen, sie können ein Katalysator sein für etwas schon Vorhandenes, einen Prozess beschleunigen oder überhaupt erst “Schein-Lösungen” für ein Problem aufzeigen. Sie können aber auch ein Ventil sein. Ist es nicht besser, den Frust über den gehassten Chef im Spiel loszuwerden als in Realitaet? Solange der Funke nicht in die Realitaet überspringt, druchaus legitim… die Gedanken sind frei.

Politiker, Geistliche und andere Tagtraeumer aber haetten gerne den perfekten Menschen, der einwandfrei funktioniert, keine dunklen Seiten aufweist und nie niemals nicht einem anderen Menschen auch nur in den leisesten Gedanken irgendeinen Schaden oder Missbrauch zufügt. Nett gedacht, aber das ist Realitaetsverlust, wie ihn kein Computergame bieten kann.

Letzten Endes ist die Frage, was wir draus machen. Die inzwischen freie Zugaengigkeit von Pornos stellt Erzieher und Erzogene ja auch vor ganz neue Aufgaben und nicht selten wird die ein oder andere Vorstellung von Liebe und Sex durch den “Schmuddelkram” (ich hassliebe dieses Wort) arg verzerrt. Andererseits wird über das Thema heute oft freier gesprochen und diskutiert als in den “guten alten” Zeiten von “Licht aus und Co.”

Also?

Ein Verbot von Killerspielen bringt denke ich nix, da bin ich derselben Meinung wie Phipz. Wer sich das Zeug besorgen will, wird es im Internet auch finden, zudem wird ein Verbot den Kick nur erhöhen. Und selbst, wenn ein Verbot den ein oder anderen Seiteneffekt lindern würde, hiesse es doch das Kind mit dem Bade ausschütten.

Kontrollen an Schulen sind auch ein netter Versuch, der das Leben vielleicht ein wenig friedlicher gestaltet, aber keinen sicheren Schutz bietet.

Was bleibt? Die schwierige Aufgabe, wirklich an die Ursachen heranzukommen. Die Aussage der Schulleiterin, dass ihr nicht bekannt sei, dass der Amokläufer Tim K. “in irgendeiner Form gemobbt wurde oder dass er gewalttätig war”, ist dabei schon blanker Hohn. Nicht bekannt = nicht existent? So viel Betriebsblindheit muss man erstmal aufbringen, zumal die Aussagen von Mitschülern und ein Chatauszug anderes bezeugen. (Nachtrag: Wie sich herausgestellt hat, war der Chatauszug mit der vermeintlichen Ankündigung gefaelscht!)

Der Lösungsweg ist also nicht einfach, ganz im Gegenteil. Er ist komplex, involviert unzaehlige Institutionen und Personen, kostet Geld und bringt auf kurze Sicht weniger Waehlerstimmen als der schnelle Schrei nach Verboten. Aber er ist vermutlich der einzige Weg, der funktioniert.

Jedenfalls braucht es mehr Besonnenheit statt Überreaktion. Kontrollen und Verbote gibt es schon genug, Verantwortung für das, was in unseren Köpfen aber passiert, möchte keiner übernehmen. Das waere ja auch zu viel verlangt. ;-)

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Ein Verlust, aber vor allem eine Herausforderung

Am 31.Dezember.2008 schrieb elmar in Mac, PC, Zweifel Keine Kommentare »

Steve Jobs’ Erscheinung auf der WWDC am 11. Juni 2008 war erst der Anfang. Schon damals machten angesichts eines mageren, kraenklich erscheinenden Jobs Gerüchte über eine Wiedererkrankung die Runde, doch die Mutmassungen verliefen sich in den folgenden Monaten.

Seit Apple Mitte Dezember bekanntgab, dass die Keynote der MacWorld 2009 nicht von Jobs gehalten werden würde, kocht die Gerüchtesuppe umso heftiger.

Gizmodo malte gestern um 12:45 den Teufel an die Wand… es sei alles noch viel schlimmer als angenommen. Dan Frommer zitiert 45 Minuten spaeter in Alleyinsider gegenteilige Stimmen: Alles Blödsinn, Steve Jobs gehe es gut, die Gründe für sein Nicht-Erscheinen liegen ganz woanders.

Wo auch immer das hinführt, es ist einen Gedanken wert, was eine Person wie Steve Jobs für Apple bedeutet und vor allem, was geschieht, wenn sie einmal nicht mehr da ist. Ich meine, wir sollten mit dem Nachdenken darüber frühzeitig anfangen, um gewissermassen gerüstet zu sein, wenn es einmal soweit ist. Gerüchte forcieren bringt nichts ausser Unruhe, aber sich den “Worst Case” und die möglichen Konsequenzen vor Augen zu führen, kann den Schock lindern helfen, wenn es denn eines Tages soweit ist. Dabei geht es mir persönlich vor allem um Gefühle.

Mein Glaube: Jonathan Ive,  Phil Schiller, Bob Mansfield und all die anderen werden den Laden weiter rocken, wenn Steve einmal abtritt, aber sie brauchen dazu vor allem eines – das Vertrauen der Macianer. Und das Bewusstsein, dass wir im Laden nicht Steve kaufen, sondern ein Apple-Produkt, erdacht, entworfen und realisiert von einem Haufen Leute, die nicht spontan mit Steve von dieser Erdkugel verschwinden werden. Wir treffen unsere Entscheidung für oder gegen ein iPhone oder ein MacBook ja nicht aufgrund charismatischer Praesentationen in Cupertino oder San Francisco, sondern weil es einfach gute Produkte sind, die auf dem Markt eine ganz eigene Daseinsberechtigung haben. Dass Apple dazu bisher eine ganz eigene und einzigartige Show gemacht hat, und das ganz ohne schwitzenden Affen, ist ein nettes Goodie, aber nicht der Kern des Erfolgs.

Ich glaube auch nicht, dass die Apple-Konsum-Vibrations mit dem Abgang des CEO plötzlich nachlassen. Was war das doch für ein Gefühl… jahrelang bin ich ganz ohne Apple-Produkte ausgekommen (nachdem ich nach OS 8.5 die Mac-Welt verlassen habe), dann kam 2006 mit dem Intel-Mac Pro das perfekte “All in One” (Mac, Windows, Unix) ins Haus und spaeter Macbook Pro, Mac mini, diverse iPods und ein iPhone dazu. Ich würde mir auch noch einen iMac kaufen und noch mehr iPods, wenn ich das nur irgendwie vor meiner mentalen Finanzverwaltung rechtfertigen könnte. Apple ist sexy, Apple macht Spass, Apple ist einfach geil (mal von unverzeihlichen Glossy- oder Firewire-Fehltritten abgesehen). Natürlich konnte und kann ich auch das Missionieren nicht lassen, habe aber zur Vereinfachung meine Antwort auf die vielgestellte Frage, was denn nun am Mac so toll sei, mal in Form gebracht.

Nein, ich habe keine Angst um Apples Produkte und deren Kraft und Inspiration. Ich fürchte vielmehr das haemische Grinsen der uninspirierten und phantasielosen Mitbewerber, wenn es eines Tages soweit ist. Gerade jene werden den Gerüchten und Gefühlen Nachschub verleihen wollen, dass es mit einem Abgang Steve Jobs’ auch mit Apple bergab geht, gehen muss. Sie werden sich die Finger lecken für dieses “Geschenk”, für das sie selber nichts tun müssen, nachdem sie laengst erkannt haben, dass sie es innovatorisch sowieso kaum mit dem Obst aus Cupertino aufnehmen können. Die Plattitüden von Schweissbacke Ballmer, der ja auch über jenes iPhone herzog, dass inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte wurde, könnten zu viel Substanz bekommen, wenn wir nicht mit all unserer Überzeugung und unserem Vetrauen entgegenhalten.

Es wird eine harte Probe werden, wann immer sie auch kommen wird, und ich hoffe nur, sie wird nicht an den bescheuerten Aktienmaerkten entschieden, wo ja jeder schon rumpienzt, wenn der CEO mal hustet.

Die Apple Community ist eine rasant wachsende Gemeinschaft, was ihr (das hat sie wohl mit der Schwulenbewegung gemeinsam) leider immer nicht gut getan und manche Gruppendynamik eingebracht hat. 10 Leute müssen zusammenhalten, aber 100 spalten sich schon in Grüppchen.

Dem Redmonder Riesen aber können wir nur gemeinsam entgegentreten.

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Wehtun

Am 10.Juli.2008 schrieb elmar in Ausgekotzt, Freundschaft(en), Inneres, Zweifel 1 Comment »

Menschen tun sich weh. Das scheint so alt zu sein wie die Menschheit selbst. Vielleicht haben sich ja die Aminosäuren in der Ursuppe schon Schmerzen zugefügt, sich gegenseitig ein paar Moleküle gemopst und alles nach links gedreht.

Der Mensch als vollkommnisiertes Aminosäuren-Bündel hat da noch ganz andere Techniken. Das schlimmste daran: Vieles geschieht unbewusst. Und wer ohne böse Absicht handelt, dem möchte man doch nicht gleich die Faust der Vergeltung ins Gesicht knallen. Wenn eine solche überhaupt zur Verfügung steht.

Denn: Das gefährliche ist vor allem die Einseitigkeit. Einer sagt “Ich will”, der andere sagt “Nö”. Enttäuschung. Noch besser: Der eine sagt “Ich will, in einer Woche”, der andere “Okay”. Nach 6 Tagen dann sagt der andere “Nö, jetzt will ich doch nicht”. Ob nun mit Ätsch oder ohne, nach den 6 Tagen voller Vorfreude folgt der Fall. Und nichts läßt sich dagegen tun. Überzeugungsversuche, Wehklagen, Verdrängung… nichts hilft.

Es ist wie das Hereinfallen auf sich selbst. Mensch hat gefragt, wurde bejaht, hat sich gefreut. Hat vorbereitet, sich ausgemalt, noch mehr gefreut. Hat erwartet. Und bekommt den Amboß mitten ins Gesicht.

Same procedure as last year?

Es wird immer wieder passieren, aber warum verdammt nochmal muss es jedesmal erneut wehtun? Warum lassen wir uns, ich mich, darauf ein? Warum erwarte ich? Gibt es keine Möglichkeit der Erfüllung ohne dieses zerstörungsgefährdete Zwischenstadium, ohne dieses Ansammeln von Frustrationspotenzial?

Lieber nicht existierender Gott, bitte schaff die Erwartung ab. Und wenn Du gerade dabei bist, beseitige das “Nein” gleich mit. Wenn ich etwas möchte und mein Gegenüber antwortet mit “Nein”, lass Frage, Antwort und gleich das gesamte Begehren verschwinden, als hätte es nie existiert.

Oder mach mich egal. Gib mir einen Panzer, der mich kalt macht, der jedes Gefühl der Enttäuschung unterbindet. Der aber trotzdem Positives zuläßt. Lasse mich ernten, ohne zu säen, bekommen, ohne zu fragen, erfüllt werden ohne zu erwarten.

Wie, das geht nicht?

Leck mich.

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Macht die Augen auf, Sterbegegner!

Am 1.Juli.2008 schrieb elmar in Ausgekotzt, Gesellschaft, Zeitgeist, Zweifel 1 Comment »

Diese Aktion ging leider vollkommen daneben. Ein “Ex-Senator” (wie immer so gerne betont wird, als sei dies Teil einer Argumentation) baut Sterbegeraete und hat nun eine publikumswirksame Aktion gestartet, indem er einer alten Frau beim Sterben half. Etwas zu publikumswirksam, denn nun stürzen sich alle, wie erwartet, auf die Form und umschiffen den Inhalt. Von Geltungssucht ist die Rede, Empörung macht sich breit und jeder ist sofort bereit, Sterbehelfer Kusch ob seiner “abscheulichen” Tat zu verdammen und alle Sterbehilfe gleich mit. Wenn es seine Absicht war, die Menschen aufzurütteln, hat er es geschafft. Wenn er geglaubt hat, der Sterbehilfe damit einen Dienst zu erweisen, hat er sich (zumindest dem jetzigen Anschein nach) bitter getaeuscht.

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3 Tragödien, Hoffnung rot.

Am 27.April.2008 schrieb elmar in Gesellschaft, Lästereien, Politik, Zweifel Keine Kommentare »

Ojeh, ohje… die 3 momentan obersten Schlagzeilen von SPO werfen einmal mehr ein schlimmes Bild auf die Welt.

Kindersterben: Bei einem Bootsunglück ertranken drei Menschen. Darunter ein *schauder* Säugling und ein *schlimm, das* Vierjähriger. Der Dritte war… blätter… such… moment noch… ahja, hier… nur ein Erwachsener. Tragisch.

24 Jahre Inzest im Verlies: Im Schluchtenscheisserland hat ein Vater seine Tochter 24 Jahre im Kellerverlies gefangengehalten und 6 Kinder mit ihr. Auch tragisch. Hmmm… oder handelt es sich dabei nur um das neue österreichische Programm zur Rentensicherung?

Grüne stimmen zu: Nämlich der Koalition mit der Hamburger CDU. Da fehlen mir nun alle Worte. Und Wörter auch.

Wenigstens Ferrari läßt hier noch hoffen. Es gibt eine Rettung für diese Welt. Sie ist rot.

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Von der Autofahrerfront

Am 2.Oktober.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Draussen, Politik, Zeitgeist, Zweifel Keine Kommentare »

Endlich. Verkehrsvergehen kosten mehr Geld, wie tagesschau.de und stern.de berichten. Handy am Steuer und Rasen in der Stadt werden z.B. deutlich teurer, Grund genug für den ADAC, gleich wieder rumzublöken, Autofahrer seien keine Verbrecher. Natürlich sind sie das nicht, aber gegen die schwarzen Schafe gehört vorgegangen, meiner Meinung nach sogar noch schärfer als jetzt.

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iPhone – Die Stimmung kippt

Am 29.September.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Mac, Zweifel Keine Kommentare »

Eben gerade las ich diesen Spiegel-Bericht und war – gelinde gesagt – entsetzt. Ob es ein “Kollateralschaden” ist, daß viele der iPhone-Erweiterungen Dritter nach dem neuen iPhone-Softwareupdate nicht mehr funktionieren, sei mal dahingestellt. Fest steht, daß Apple sich damit keinen Gefallen tut. Der Unmut in der Gemeinde ist gross, der Beitrag im Gizmodo-Blog ist nur eine von vielen Stimmen.

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Putzig nach 32 Toten

Am 17.April.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Gesellschaft, PC, Politik, Zweifel 1 Comment »

Alle machen sich gerade ganz putzig Gedanken wegen des Amokläufers in Blacksburg. Politiker sind erschüttert, Zeugen geschockt und alle fragen sich “Wie konnte das passieren?”
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Von der Unmöglichkeit zu helfen

Am 14.April.2007 schrieb elmar in Ausgekotzt, Freundschaft(en), Gesellschaft, Inneres, Zweifel Keine Kommentare »

Ein Paradebeispiel: Ein Freund erzählt mir, er kenne da jemanden, der bei diesem oder jenem Hilfe bräuchte, ob derjenige sich mal bei mir melden und ich helfen könne. Ich sage zu und tue dies auch gerne. Ich freue mich, helfen zu können, nützlich zu sein, gebraucht zu werden, doch dann: Nichts. Keine Reaktion, kein Anruf. Mehrmaliges Nachhaken. Dabei bleibt es dann, irgendwann habe ich keine Lust mehr, fühle mich verarscht.
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Versalzen

Am 14.März.2007 schrieb elmar in Gesellschaft, Inneres, Zeitgeist, Zweifel Keine Kommentare »

Da kocht jemand das Gericht das Jahrhunderts, mit edelsten Zutaten und viel Liebe zubereitet. Dann kommt eine Prise Salz zu viel daher und macht alles zunichte. Oder das Springbrunnen-Prinzip. Tausende Liter Wasser und eine kleine Menge Kaliumpermanganat oder Shampoo reicht, alles einzufärben oder einzuschäumen. Das sauberste Hemd verliert seine Wirkung, wenn der gemeine Fleck es für alle sichtbar verunstaltet.
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Das Ende der Scheibe

Am 21.Februar.2007 schrieb elmar in Draussen, Gesellschaft, Inneres, Zweifel Keine Kommentare »

Die Erde ist rund.
Wirklich?
Woher weiss ich das?
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Stau

Am 11.Februar.2007 schrieb elmar in Inneres, Zweifel Keine Kommentare »

Wer erwartet, wird enttäuscht.
Wer hat, verliert.
Wer begehrt, verbrennt.
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Do kommt, Engelchen geht

Am 21.Oktober.2006 schrieb elmar in Inneres, Zweifel Keine Kommentare »

Vorgestern kommt die Do 24 nach Frankfurt, landet gar auf dem Main, mitten in der Stadt. Gestern stirbt einer meiner Vögel. So dicht liegen – kosmisch gesehen – eindrucksvolle und tragische Ereignisse beinander.
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Am Anfang war der Turm

Am 25.September.2006 schrieb elmar in Zweifel Keine Kommentare »

…und der Turm war hoch. Das ermöglichte einen weiten Blick, auf den Kern, den Rand, das Gesamte. Aber die Entfernung macht einsam und wenn man von der Spitze nach unten ruft, wird man nur schwerlich erhört. Ein Kassandra-Schicksal. Zu viel zu sehen, aber nicht erhört zu werden.

Vielleicht bildet dieser Blog eine Treppe, eine Tür, einen Kontakt.
Vielleicht steht er aber auch nur einfach da.

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